Befreite Osthoff ist "schwer traumatisiert"

22. Dezember 2005, 18:43
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Deutsche Archäologin hat Irak verlassen

Berlin - Die deutsche Archäologin Susanne Osthoff, die vor einer Woche aus einer 23-tägigen Geiselhaft im Irak freikam, hat das Land mittlerweile verlassen, ist jedoch noch nicht nach Deutschland zurückgekehrt. Das Magazin Focus berichtet, die 43-Jährige, die aus dem bayerischen Glonn stammt, sei durch die Geiselhaft "schwer traumatisiert" und nur körperlich unversehrt. Nach Angaben aus deutschen Sicherheitskreisen ist sie ihren Geiselnehmern mit ihrem "Mundwerk" ziemlich auf die Nerven gegangen. "Sie hat abgekriegt, aber auch ausgeteilt", heißt es.

Laut Spiegel wurde Osthoff die ganze Zeit in der irakischen Hauptstadt Bagdad festgehalten, habe aber das Versteck neunmal wechseln müssen. Sie war am 25. November zusammen mit ihrem irakischen Fahrer Khaled al-Shimani bei einer Überlandfahrt im Nordirak gekidnappt worden, weil sie zunächst als eine Spionin westlicher Geheimdienste angesehen wurde. Mittlerweile gehen die deutschen Sicherheitsbehörden davon aus, dass ihr Fahrer ein Komplize der Geiselnehmer war.

Vor allem gilt der Bagdader Scheich Djamal al-Duleimi als verdächtig. Er hatte Osthoff für ihre Reise Wagen und Fahrer besorgt und sich später als Vermittler angeboten. Der Stamm der Duleimi soll mehrheitlich dem sunnitischen Widerstand gegen die irakische Regierung angehören. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 23.12.2005)

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