Auf der Suche nach dem Knochenersatz

30. Dezember 2005, 17:48
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Wiener Forscherin erhält TU-BioMed- Anerkennungspreis

Wien - Die Chemikerin Monika Schuster von der Technischen Universität (TU) Wien hat den klinischen Einsatz von neuen Knochenersatzmaterialien getestet. Die Forscherin hat dafür den TU-BioMed-Anerkennungspreis erhalten. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die effiziente Herstellung des einzusetzenden Knochenersatzstücks dar, das "wie angegossen" passen muss.

Nachteile

"Bisher wurden Knochenersatzstücke für Tumorpatienten entweder vom Patienten selbst entnommen, oder es wurden fremde Knochen verwendet", erklärt Schuster im pressetext-Interview. "Bei fremden Knochen kam es immer wieder zu Immunreaktionen." Die Verwendung von Knochenpasten, die wie Zement härten, brachte andere Nachteile: einerseits waren diese nicht porös wie echte menschliche Knochen, andererseits wurde beim Aushärten der Knochenzement so heiß, dass er umliegendes Gewebe schädigte.

Schuster hat daher neue Materialien und neue Technologien getestet. In den meisten Fällen soll ein Knochen-Ersatzmaterial nur solange als Stütze dienen, bis der Organismus den Knochen selbst wieder aufgebaut hat. Das eingesetzte Material muss biokompatibel sein und den natürlichen Heilungsprozess unterstützen. Nach einer gewissen Zeit muss es vom Körper resorbiert werden.

"Viel versprechend"

"Noch ist das geeignete Material nicht gefunden", wie Schuster berichtet. "Gefunden wurden aber Bestandteile und Mischungen, die viel versprechend sind." Die Wissenschaftlerin glaubt, dass es noch einige Jahre dauern werde, ehe fertige Knochenersatzmaterialien, die ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden können, marktreif sind. "Erschwerend kommt bei der Forschungsarbeit hinzu, dass das einzusetzende Knochenersatzstück effizient hergestellt werden muss und die Form exakt stimmen und sich einfügen lassen muss", so Schuster.

Mit der modernen Technologie des Rapid-Prototyping können photopolymerisierbare Biopolymere in die gewünschte dreidimensionale Form gebracht werden. "Diese Teile passen dann genau", erklärt Schuster. Darüber hinaus lassen sich mit sukzessiver schichtenweiser Aushärtung mittels Licht komplexe dreidimensionale Geometrien in der gewünschten Struktur herstellen.

Die Forschungsergebnisse Schusters sind Teil einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die bereits zum Patent angemeldet wurden. (pte)

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