Hörfunkprogramm der Deutschen Welle in Russland unterbrochen, BBC sendet wieder

29. Dezember 2005, 18:44
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Moskau nannte Frequenz- und Lizenzprobleme als Ursache

Die Ausstrahlung des deutschen und des russischen Hörfunkprogramms der Deutschen Welle in Russland ist am Donnerstag unterbrochen worden. "Seit 2 Uhr Moskauer Zeit sind unsere Programme nicht mehr zu empfangen", erklärte der Chefredakteur von DW-Radio, Miodrag Soric. Die Hintergründe für den Abbruch der Ausstrahlung seien unklar. Offizielle Stellen in Moskau nannten auf Anfrage der Deutschen Welle am Donnerstag Frequenz- und Lizenzprobleme als Ursache. Die britische BBC wurde dagegen nach kurzer Unterbrechung wieder ausgestrahlt.

Nach Angaben der Deutschen Welle verhandeln Vertreter des deutschen Auslandsrundfunks und der deutschen Botschaft seit Monaten mit den zuständigen Stellen in Moskau über die Erteilung einer neuen Sendelizenz. "Ich bin besorgt über die aktuelle Entwicklung und hoffe, dass die Unterbrechung der Ausstrahlung nur wenige Tage dauern wird", erklärte Soric.

Wegen Objektivität geschätzt

Die Deutsche Welle, die auch kritisch über die Ereignisse in Russland und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion berichtet, wird nach eigenen Angaben wegen ihrer Objektivität und Professionalität von Millionen Hörern in Osteuropa geschätzt. Dies habe eine erst vor wenigen Tagen veröffentlichte, von der Deutschen Welle in Auftrag gegebene qualitative Untersuchung der Programme in Russland ergeben.

"Rein technisches Problem"

Auch Sendungen der britischen BBC wurden am Donnerstag kurzzeitig nicht in Russland ausgestrahlt. Die BBC-Lizenz sei jedoch am Vortag verlängert worden. Bei der Unterbrechung handle es sich um ein "rein technisches Problem", sagte die Producerin des Moskauer BBC-Büros, Wera Leontjewa, der Agentur Interfax. (APA)

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