Loipersdorf will Stadion sponsern

22. Dezember 2005, 18:27
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Schwarzeneggers Brief an Nagl wirft Frage nach Ghostwriter auf - Grazer Journalist dementiert nur windelweich

Graz – "Wir werden sicher keinen Event daraus machen. Ich kann nur sagen, dass die Buchstaben bis Jahresende abmontiert werden", sagt Siegfried Feldbaumer, der Geschäftsführer des "Stadions Graz-Liebenau", wie das Arnold-Schwarzenegger-Stadion offiziell immer hieß, zum STANDARD. Laut Feldbaumer müsse ein Sponsor, der gleichzeitig der neue Namenspatron des Stadions sein könnte, mit einem sechsstelligen Betrag jährlich rechnen. "Das kann ich mir durchaus vorstellen", meint dazu der Geschäftsführer der oststeirischen Therme Loipersdorf, Horst Wagner. Seine Therme würde sich anbieten und passe gut zu einem Fußballstadion. Etwa auch weil die Spieler des SK Sturm dort regelmäßig ihre Trainingscamps absolvierten. Sport und Wellness ginge eben zusammen.

Gerücht um Schwarzenegger-Brief

Um jenen Brief Schwarzeneggers, der das kurzfristige Entfernen der 20 Buchstaben auslöste, rankte sich in Graz indes das Gerücht, der Steirerkrone-Journalist Werner Kopacka, der die Geschichte öffentlich machte, habe ihn selbst für Schwarzenegger geschrieben. Kopacka dementiert das und versteht die Aufregung nicht: "Ich bestätige gar nichts. Aber selbst wenn das der Fall sein sollte, ist das gegenstandslos, weil der Inhalt zu 100 Prozent von ihm kommt und die Nachricht mit seinem Briefkopf und seiner Unterschrift versehen ist. Irgendwer hat ihn sicher geschrieben, weil sein Deutsch nicht mehr so gut ist", räumt der mit dem kalifornischen Gouverneur befreundete Journalist ein. "Kein Politiker schreibt seine Reden selbst."

Am Donnerstag erhielt der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl einen zweiten Brief, diesmal von den Anwälten Schwarzeneggers. Darin wird die Nutzung seines Namens durch die Stadt Graz neuerlich untersagt. Aus Nagls Büro heißt es zudem, der Ehrenring solle entweder im Tresor für den Fall einer Versöhnung verwahrt werden, oder die Hand eines anderen zieren. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD – Printausgabe, 23. Dezember 2005)

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