Sölden-Unglück: Vorerhebungen gegen Piloten eingeleitet

27. Dezember 2005, 09:10
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Staatsanwaltschaft hat Flugroute im Visier

Innsbruck - In den Untersuchungen rund um das Hubschrauberunglück von Sölden, bei dem Anfang September neun Menschen getötet worden waren, hat die Staatsanwaltschaft nun die Flugroute im Visier. Beim Landesgericht Innsbruck wurde am Donnerstag gegen den Unglückspiloten die Durchführung von Vorerhebungen u.a. wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen beantragt.

Wie Staatsanwalt Wilfried Siegele gegenüber der APA betonte, reagiere man auch auf Zeugenaussagen, ob die Wahl der Flugroute rechtlich gedeckt sei. In diese Richtung gehe auch eine Anzeige der Polizei. Nach dem Ergebnis der umfangreichen Polizeierhebungen gelte es insbesondere abzuklären, "ob hinsichtlich der Wahl der Flugstrecke sämtliche gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden".

Es handle sich aber um Vorerhebungen und keine Voruntersuchungen, sagte Siegele. Die Untersuchungsrichterin vernehme nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Nach Vorliegen dieser Ergebnisse könne dann weiter entschieden werden.

Gutachten über Transporthaken steht noch aus

Noch nicht eingetroffen sei außerdem das Gutachten über ein mögliches technisches Gebrechen des Transporthakens. Nach einer Vorinformation des Verkehrsministeriums lasse der Bericht den Schluss zu, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände zu der Katastrophe geführt hatte.

Demnach soll der Abrieb am Joystick im Cockpit den Lastenhaken ausgelöst haben. Der Betonkübel stürzte anschließend auf die Seilbahn. Der 35-jährige Unglückspilot Markus J. hatte mehrfach beteuert, den Lasthaken nicht betätigt zu haben. (APA)

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