Rechnungshof kritisiert Mängel bei Albertina-Sanierung

29. Dezember 2005, 16:22
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Ungenütztes Einsparungspotenzial siebenstellig

Wien - "Vielschichtige Mängel" in der Wahrnehmung ihrer Bauherrenpflicht durch die Burghauptmannschaft haben sich nach Ansicht des Rechnungshofes bei der Sanierung und Erweiterung der Albertina gezeigt. Unter anderem bei der Projektabwicklung sei ein ungenütztes Einsparungspotenzial von 1,42 Mio. Euro gegeben gewesen, hieß es im am Donnerstag veröffentlichten Tätigkeitsberichts des Rechnungshofes.

Baukostenerhöhungen rundum

Rund 850.000 seien bei den Honoraren für Zivilingenieur-Leistungen vorläufig zu viel gezahlt worden, da die Burghauptmannschaft in den Verträgen vorgesehene Abzüge nicht vorgenommen und nicht zutreffende Berechnungsansätze verwendet habe. Formal mangelhafte Ausschreibungsunterlagen, bei denen u.a. die Formulierung der Leistungsbeschreibungen Mängel aufgewiesen habe, hätten zu einer Erhöhung der Baukosten gegenüber der Angebotssumme um rund 946.000 Euro geführt. Von der Burghauptmannschaft in Zusatzangeboten anerkannte Forderungen seien ungerechtfertigt oder überhöht gewesen, was ein Einsparungspotenzial von 349.000 Euro aufweise. Auch die Vergabeverfahren hätten Mängel aufgewiesen, so der Rechnungshof.

Das Wirtschaftsministerium und die Burghauptmannschaft haben die teilweise Bereinigung der Beanstandungen und entsprechende Organisationsänderungen in Aussicht gestellt sowie inzwischen eine Rückzahlung von 91.700 Euro erreicht. Überzahlungen sollen bereinigt werden, Verhandlungen zu Honorarrückforderungen seien aufgenommen worden. Auch gegenüber der Albertina als Nutzer wurden Forderungen für offene Kostenbeiträge von insgesamt 480.000 Euro erhoben. (APA)

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