AK-OÖ ortet sehr wohl Lücken in der Kinderbetreuung

22. Dezember 2005, 14:12
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Insbesondere für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder fehlen Einrichtungen - Nur ein Drittel der Eltern sei mit Situation zufrieden

Linz - Verwundert zeigt sich die AK Oberösterreich über die Jubelmeldungen von LH Pühringer, Landesrat Sigl und der LAbg. Wageneder zur Elternfragung 2005 - dieStandard.at berichtete. In Wahrheit würden die Ergebnisse einmal mehr große Lücken bei den Betreuungsangeboten, insbesondere für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder offenbaren.

Nur ein Drittel zufrieden

Aus Sicht der Eltern fehlen in Oberösterreich mehr als 9000 Betreuungsplätze. Damit ist diese Lücke noch größer als die von der Statistik Austria vor drei Jahren erhobenen 8100 Plätze.

Darüber hinaus sollte zu denken geben, dass nur ein Viertel jener Eltern, die ihre Unter-Dreijährigen ausschließlich selber betreuen, sowie ein Drittel der Eltern von Volksschulkindern mit dieser Situation zufrieden sind.

Etwa 2350 Eltern von Unter-Dreijährigen haben ihr Kind deshalb nicht in Betreuung, weil kein Platz bzw. keine Betreuungseinrichtung verfügbar ist. Das gleiche gilt für die rund 5500 Eltern von VolksschülerInnen.

Zu hohe Kosten

2870 Eltern von Unter-Dreijährigen bzw. mehr als 8300 Eltern von Volksschulkindern nehmen keine Betreuung in Anspruch, da das Angebot zu teuer ist. 48.000 Eltern wünschen sich einen geringeren Elternbeitrag. Hier besteht Handlungsbedarf für die verantwortlichen Politiker/-innen. Gerade angesichts geringer Fraueneinkommen werden hohe Elternbeiträge schnell zum Hemmnis für die Frauenerwerbstätigkeit. Der berufliche Wiedereinstieg nach langen Unterbrechungen wird immer schwieriger.

Von wegen Zufriedenheit

Insgesamt zeigen die bisher veröffentlichten Ergebnisse keine Verbesserung der Situation gegenüber der Elternbefragung 2000. In manchen Bereichen, z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Öffnungszeiten der Kindergärten, ist die Zufriedenheit gegenüber 2000 sogar zurückgegangen. Bereits vor fünf Jahren wurde der Wunsch nach Betreuungsangeboten in den Ferien und geringeren Beiträgen von den Eltern deutlich formuliert. Geschehen ist wenig bis gar nichts.

Die Fakten liegen seit langem auf dem Tisch und wurden durch die Elternbefragung 2005 im Grunde ein weiteres Mal bestätigt. Nun müssen endlich auch vom Land Oberösterreich die entsprechenden Taten gesetzt werden. (red)

  • AK Oberösterreich über Jubelmeldungen von LH Pühringer, Landesrat Sigl und der LAbg. Wageneder zur Elternfragung 2005 verwundert.
    foto: der standard
    AK Oberösterreich über Jubelmeldungen von LH Pühringer, Landesrat Sigl und der LAbg. Wageneder zur Elternfragung 2005 verwundert.
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