Gewalt steigt in "stillster Zeit" an

22. Dezember 2005, 11:19
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Frauennotruf hilft Opfern familiärer Gewalt - 40 Prozent der jährlichen Anrufe rund um die Feiertage

Wien - Auch wenn es sprichwörtlich die friedlichste und stillste Zeit des Jahres ist: Gerade rund um die Weihnachtsfeiertage steigt nach Angabe von Frauenorganisationen die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt. In Wien bietet der Frauennotruf unter der Telefonnummer 01/71719 kostenlose Hilfe an, österreichweit steht die "Frauenhelpline gegen Männergewalt" unter 0800/222 555 gratis zur Verfügung.

Gründe für Anstieg

Die Gründe für den Anstieg häuslicher Gewalt zu Weihnachten sind laut Karin Spacek, Leiterin des Wiener Frauennotrufs, vielfältig: "Der Stresspegel ist rund um Weihnachten traditionsbedingt hoch. Es wird mehr Alkohol konsumiert, die Familienväter verbringen ungewöhnlich viel Zeit zu Hause und insgesamt werden die Weihnachtsfeiertage mit Heilserwartungen überfrachtet - was zu Enttäuschungen und Frustrationen führt und letztlich oft in Streit und tätlicher Gewalt mündet."

Frauenstadträtin Sonja Wehsely (S): "Die Opfer dieser weihnachtlichen Gewaltausbrüche - zumeist Frauen und Kinder - werden in Wien auch zu den Feiertagen nicht allein gelassen." Dass die Zeit um Weihnachten und Neujahr keine "stille Zeit" für die Beraterinnen des Frauennotrufes ist, zeigt die Statistik: So entfallen auf die Monate November bis Februar 40 Prozent der jährlichen Anrufe. Rund 2.000 Anruferinnen wandten sich in diesen Monaten zum Jahreswechsel 2004/2005 an den Wiener Frauennotruf. (APA)

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