Pärson gewinnt Spindlermühle-Slalom

27. Dezember 2005, 13:26
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Kostelic Zweite, Schild auf Platz drei - Zettel Fünfte, Hosp Siebente - Dorfmeister Weltcupführende

Spindlermühle - Auch der zweite Saisonslalom bei den Damen hat mit einem Sieg von Anja Pärson vor Janica Kostelic geendet. Nur dass die Schwedin am Donnerstag in Spindlermühle als Halbzeit-Führende vor der Kroatin gewann, in Aspen war sie noch von Platz drei zum Sieg gestürmt. Und wie in den USA gab es für Österreich erneut Platz drei, dieses Mal sorgte Marlies Schild für den ÖSV-Podestplatz.

Platz fünf, schlechtestes Saisonergebnis für Zettel

Ein Deja Vu, das einerseits die momentane Stärkeverhältnisse im Damenslalom widerspiegelt, andererseits die ÖSV-Mannschaft mit einer zufrieden stellenden Bilanz in die Weihnachtsferien entlässt. Denn während Schild einen Tag nach Platz drei im Riesentorlauf endgültig aus der Krise fuhr, sorgte die junge Kathrin Zettel als Fünfte erneut für einen Weltcup-Spitzenplatz. Fast unglaublich aber wahr: Rang fünf ist das schlechteste Saisonergebnis des 19-jährigen Supertalentes aus Niederösterreich, das in Aspen Dritte geworden war.

Schild überrascht

"Ich war überrascht, dass man mit so einer Fahrt noch auf das Podest kommt", sagte Schild, der am Vortag das Mobiltelefon aus dem Zimmer abhanden gekommen war. Trotz des Ärgers darüber und der längsten Nacht des Jahres wirkte die Salzburgerin aber auch im Slalom "aufgeweckt". "Ich habe die Schwünge auf der weichen und wannigen Piste überhaupt nicht gut getroffen. Es ist daher beruhigend, trotzdem so weit vorne zu sein." Um den Jahreswechsel ist Schild bekanntlich am stärksten, wie ihre Siege vor einem Jahr beweisen. Lienz kann sich freuen.

Hosp mit zweitbester Laufzeit

Auch Nicole Hosp ist wie Schild auf dem Weg zurück. Die Tirolerin stürmte mit zweitbester Laufzeit von Platz 23 ("Den ersten Lauf habe ich total verschlafen") nach vorne und wurde - wie in Aspen - Siebente. Nur Schild, Zettel und Hosp hatten die Qualifikation für den zweiten Durchgang geschafft, Elisabeth Görgl hatte verletzungsbedingt auf den Slalom in Tschechien verzichten müssen. "Einige hatten doch zu viel Respekt vor der Piste", so Damenchef Herbert Mandl. Aber bei Marlies sollte sich mit zwei Stockerplätzen der Krampf endgültig gelöst haben."

Startnummern-Lotterie in Durchgang eins

Das letzte Rennen vor Weihnachten wurde auf Grund nächtlicher Schneefälle ein schwieriges und war vor allem im ersten Durchgang eine Startnummern-Lotterie mit zum Teil Riesenabständen. 3,47 Sekunden Rückstand reichten für die Qualifikation. Pärson (Nummer 2), Kostelic (1) und Schild (4) nutzten die Gunst der Stunde, denn bald danach gab die vom Neuschnee aufgefressene Piste deutlich nach.

Die später stabileren Bedingungen nützte vor allem die erstaunliche Deutsche Annemarie Gerg, die mit Nummer 21 insgesamt auf Rang vier fuhr. Souverän agierte am Ende auch Pärson, die nur wenig von ihrem gewaltigen Vorsprung aus Lauf eins einbüßte und ihren 28. Weltcupsieg feierte. Es war der bereits 16. im Slalom für die Schwedin.

Dorfmeister zehn Punkte voran

Mit ihrem erneuten Triumph über die Slalom-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Kostelic sicherte Pärson der Österreicherin Michaela Dorfmeister auch die Weltcup-Gesamtführung. Dorfmeister kommt nun mit zehn Punkten Vorsprung zu den Heimrennen kurz vor dem Jahreswechsel nach Lienz, fährt dort aber nur den Riesentorlauf. Weil auch danach in Zagreb und Marburg nur technische Bewerbe auf dem Programm stehen, wird sie den beiden Ski-Gigantinnen wohl nicht mehr lange widerstehen können. "Die beiden sind nach wie vor eine Macht, wirklich beeindruckend", so Mandl. (APA)

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    Anja Pärson (li) und Janica Kostelic können nicht nur Ski fahren.

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