Osthoff-Entführung: Fahrer unter Verdacht der Komplizenschaft

24. Dezember 2005, 10:44
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Deutsche Geisel nach Befreiung "schwer traumatisiert"

Berlin - Im Zusammenhang mit der Entführung von Susanne Osthoff gehen die deutschen Sicherheitsbehörden nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios dem Verdacht nach, dass ihr Fahrer, Khaled al-Shimani, ein Komplize der Entführer war. Wie der Sender am Mittwoch berichtete, vermuten die Behörden nach den bisherigen Ermittlungen hinter der Geiselnahme Angehörige des Dulaimi-Stammes, der mehrheitlich dem sunnitischen Widerstand gegen die jetzige Regierung angehört.

Ein Dulaimi-Scheich soll der deutschen Archäologin demnach den Fahrer zur Verfügung gestellt haben. Dieser Scheich sei deshalb ins Fadenkreuz der deutschen Ermittler gerückt. Für eine Verantwortung dieses Stammes spreche auch, dass einer der Mittelsmänner ihm angehöre. Durch ihn hätten die deutschen Unterhändler schon relativ schnell nach der Geiselnahme Kontakt zu den Entführern gehabt.

Für eine Komplizenschaft spricht laut ARD-Hauptstadtstudio auch, dass der Fahrer sich bisher nicht bei der deutschen Botschaft gemeldet hat und möglicherweise untergetaucht ist. Zu Osthoffs vergleichsweise rascher Freilassung soll es nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden auch gekommen sein, weil der Stamm der Shammar Druck auf die verfeindeten Dulaimi ausgeübt hat. Den Shammar gehört Susanne Osthoffs früherer Ehemann an. Deshalb habe die Archäologin auch lange Zeit geglaubt, dass ihr nichts passieren könne, weil sie unter dem Schutz dieses Stammes stehe.

"Schwer traumatisiert"

Die deutsche Archäologin Susanne Osthoff hat einer Zeitschrift zufolge offenbar schwer unter ihrer drei dreiwöchigen Entführung im Irak gelitten. Wie das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" am Donnerstag vorab berichtete, ist die 43-Jährige nach Angaben eines deutschen Regierungsbeamten durch die Erlebnisse "schwer traumatisiert". In der Gefangenschaft hätten die Entführer der Aufbauhelferin stark zugesetzt.

Am Sonntag hatten laut "Focus" irakische Mittelsmänner die Geisel der deutschen Botschaft in Bagdad übergeben. Demnach war die gebürtige Bayerin entführt worden, weil sie als Spionin westlicher Geheimdienste angesehen wurde. Als die Geiselnehmer ihren Irrtum erkannt hätten, seien die Verhandlungen um die Freilassung der Archäologin ins Rollen gekommen. Zuletzt sei es den Entführern nur noch darum gegangen, das "Gesicht zu wahren", habe ein deutscher Unterhändler berichtet. (APA/Reuters)

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