Europäischer Wettersatellit MSG-2 erfolgreich ins All gestartet

28. Dezember 2005, 13:11
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Festigung der Führungsposition auf dem Gebiet der Meteorologie und der Klimaüberwachung

Darmstadt/Kourou - Der europäische Wettersatellit MSG-2 ist in der Nacht zum Donnerstag erfolgreich ins Weltall gestartet. Als zweites Exemplar einer neuen Generation von Wettersatelliten soll er zu schnelleren und genaueren Vorhersagen als frühere Modelle beitragen. Eine Ariane-5-Rakete brachte den zwei Tonnen schweren Satelliten von Kourou in Französisch-Guyana aus ins All. Rund eine Dreiviertelstunde nach dem Start empfingen Bodenstationen seine ersten Funksignale.

Der 154 Millionen Euro teure Satellit der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten (EUMETSAT) soll vom kommenden Sommer an von einer geostationären Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe Daten über Wetter und Klimaentwicklung in Europa und Afrika sammeln. Diese könnten helfen, Menschenleben zu retten und Zerstörungen durch Wetterereignisse zu verhindern, sagte EUMETSAT-Betriebsdirektor Mikael Rattenborg in Darmstadt. Überdies festige die neue Satellitengeneration die europäische Führungsposition auf dem Gebiet der Meteorologie und Klimaüberwachung.

Informationen beinahe in Echtzeit

Der Leiter der meteorologischen Abteilung von EUMETSAT, Johannes Schmetz, unterstrich die Bedeutung der MSG-Reihe (Meteosat Second Generation) für die Vorhersage kurzfristig auftretender Wetterereignisse. Informationen beinahe in Echtzeit seien etwa für den Flugverkehr unentbehrlich.

Nach seiner Inbetriebnahme soll MSG-2 unter der Bezeichnung "Meteosat-9" das neue Standbein der Wetterbeobachtung von EUMETSAT werden. Ein bereits in Betrieb genommener baugleicher Satellit wird damit zum Reservesystem, um eine kontinuierliche Versorgung mit Wetterdaten sicher zu stellen. Bis zum Jahr 2012 sollen zwei weitere MSG-Satelliten ins All gebracht werden.

Österreichischer Beitrag

Für den Betrieb von MSG-2 wird auch High-tech aus Österreich sorgen. Das so genannte "Pyro-Release Unit" von Austrian Aerospace (AAE) steuert das Entfernen von Schutzabdeckungen und Festhalteelementen einzelner Satellitenteile. Die Abdeckungen dienen als Schutz während des Transports und werden erst nach dem Erreichen der vorbestimmten Flugbahn in der Umlaufbahn abgestreift. Neben der Elektronikeinheit liefert Austria Aerospace auch vielschichtige Folien, welche die Satelliten vor Hitze schützen sollen. (APA/dpa)

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