FCK-Trainer Wolf nach Cup-Pleite: "Sauerei"

21. Dezember 2005, 21:21
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Macho-Klub erwägt Protest einzulegen - Umstrittener Elfer und andere Schiri-Entscheidungen gegen Mainz sorgten für Unmut

Kaiserslautern - Der deutsche Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern will das Ausscheiden im DFB-Pokal gegen FSV Mainz 05 nicht widerspruchslos hinnehmen und erwägt einen Einspruch gegen die Wertung des mit 3:4 im Elferschießen verlorenen Achtelfinalspiels. Der Grund: Der dritte Penalty von Ferydoon Zandi war nicht als Tor anerkannt worden, obwohl der Ball nach den Fernsehbildern die Torlinie in vollem Umfang überschritten hatte.

"Wir werden überlegen, ob wir Rechtsmittel gegen die eindeutige Benachteiligung einlegen", sagte Rene C. Jäggi, Chef des Klubs des Wiener Goalies Jürgen Macho. Am Donnerstag werden die Lauterer über ihre Vorgehensweise entscheiden. "Für einen Einspruch haben wir 48 Stunden Zeit, die wir durch Beratung mit verschiedenen Sportjuristen nutzen wollen."

FCK-Trainer Wolfgang Wolf war nach der Partie rasend vor Wut und vor Empörung kaum zu stoppen. "Das war eine große Sauerei und hat es meines Wissens in der ganzen DFB-Pokal-Geschichte noch nicht gegeben", wetterte Wolf und machte seinem Ärger im Fernseh-Studio und bei der Pressekonferenz lauthals Luft.

Zielscheibe von Wolfs Unmut war das Schiedsrichter-Gespann um Referee Michael Weiner. "Das müssen die doch sehen, dass der Ball drin war. Es wäre das 3:0 gewesen und wir wären, glaube ich, in der nächsten Runde gewesen", sagte Wolf, der den Unparteiischen jedoch keine Absicht unterstellen wollte. Wolf: "Ich kann auch verlieren, muss mich aber fragen, wohin die geschaut haben. Sie haben geschlafen und einen verdammt schlechten Job gemacht." Als er die Schiedsrichter-Kabine aufgesucht habe, um seine Bedenken "in aller Sachlichkeit" darzulegen, sei er nur "auf Arroganz" gestoßen, berichtete der 48-Jährige.

Wolf witterte weitere Fälle von Benachteiligung. So sei dem Mainzer Ausgleich durch Antonio da Silvas Freistoß kein Foul von Marcelo Pletsch vorausgegangen, dem Mainzer Manuel Friedrich ein Handspiel im eigenen Strafraum unterlaufen, und auch die Gelb-Rote Karte für Ervin Skela sei diskutabel.

Als sich seine Wut gelegt hatte, ging Wolf in die Trotzphase über. "Wenn der Pendel der Ungerechtigkeiten wieder 'mal zu unseren Gunsten ausschlägt, dann können wir die Klasse erhalten. Wir haben heute gesehen, dass hier wieder was zusammenwächst. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Wolf, der mit dem Tabellenletzten nach der Winterpause mit Verstärkungen "wieder angreifen" will. Keinen Vorwurf machte Wolf den Elfmeter-Fehlschützen: Dem 17-jährigen Daniel Halfar und Top-Torjäger Halil Altintop. Macho hatte den zweiten Elfer der Mainzer durch Demirtas pariert und seiner Mannschaft damit einen 2:0-Vorsprung beschert. (APA/dpa)

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