China: Erneut giftige Chemikalien in Fluss

23. Dezember 2005, 06:36
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Gut fünf Wochen nach der Umweltkatastrophe wieder Grenzwerte vielfach überschritten

Peking - Gut fünf Wochen nach der Umweltkatastrophe in Nordostchina sind im Süden des Landes erneut chemische Giftstoffe in einen Fluss gelangt. Nahe der Stadt Shaoguan am Beijiang-Fluss in der südchinesischen Provinz Guangdong sei der Grenzwert für das Schwermetall Cadmium um ein zehnfaches überschritten worden, wie staatliche Medien am Mittwoch berichteten. Das Gift war aus einer Zink-Schmelzerei ausgetreten. Die Wasserversorgung für die Stadt mit rund einer halben Million Einwohner habe am Dienstag unterbrochen werden müssen.

Die staatliche Zink-Schmelzerei stoppte den Berichten zufolge inzwischen ihre Produktion, nachdem Vertreter der Umweltbehörde die Verschmutzung entdeckt hatten. Wann die Verseuchung begann, wurde in den Meldungen nicht mitteilt. Der Beijiang-Fluss fließt in das Perlflussdelta zwischen Hongkong und der Provinzhauptstadt Guangzhou (Kanton).

Bei der Explosion einer Chemiefabrik in der chinesischen Stadt Jilin waren am 13. November etwa 100 Tonnen Benzol und andere Giftstoffe in den Fluss Songhua gelangt. Mittlerweile hat sich der Giftteppich auf etwa 160 Kilometer Länge ausgedehnt. Auf russischer Seite sind etwa zwei Millionen Menschen durch die Chemikalien gefährdet. (APA/dpa)

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