Siamesischen Brüdern in Marseille geht es gut

22. Dezember 2005, 20:49
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Die Geschwister wurden vor einer Woche getrennt

Marseille - Den vor einer Woche am Rumpf getrennten Siamesischen Zwillingen von Marseille geht es "so gut wie das möglich ist". Bei dem fünfstündigen Eingriff, dem ersten dieser Art in Frankreich, habe es "keinerlei Komplikationen" gegeben, sagte der Chef der Geburtshilfeabteilung des Nord-Krankenhauses von Marseille, Christian Palix, am Mittwoch. In dem Hospital waren die 15-monatigen Brüder Mohamed und Souleyman betreut und operiert worden. "Es ist verfrüht, eine Infektionsgefahr völlig auszuschließen", fügte Palix an.

"Viel zu früh"

Die beiden Buben waren im Jahr 2004 "viel zu früh" auf die Welt gekommen und hatten ein teilweise gemeinsames Rückenmark in der Lendengegend. Sie haben das Nord-Krankenhaus der südfranzösischen Stadt seit der Geburt nicht verlassen. Man habe sie erst ein wenig wachsen lassen müssen, "bis ihre Haut robust genug für die Operation gewesen ist", sagte der plastische Chirurg Dominique Casanova. Fünf Wochen vor der Operation wurden den Zwillingen winzige Ballone unter die Haut geschoben, damit diese sich dehnte und es nach der Trennung möglich war, die betroffene Körperregion der Kleinkinder zu bedecken.

Wegen des gemeinsamen Rückenmarks bestand bei der Trennung die Gefahr einer Lähmung. Es war nach den Angaben die fünfte Operation dieser Art weltweit, nach Eingriffen in Großbritannien, Südafrika und Kanada. Ärzten in Marseille war es im Jahr 2002 gelungen, Siamesische Zwillinge mit gemeinsamer Leber zu trennen. Statistisch kommt ein Siamesisches Zwillingspaar auf etwa 250.000 Schwangerschaften. (APA/dpa)

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