Halleiner Keltenmuseum zeigt Haarschmuck einer Priesterin

30. Dezember 2005, 18:03
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Äußerst seltener Fund vollständig renoviert - Sieben Hohlkugeln aus dünnem Goldblech - Zur Wintersonnenwende getragen

Salzburg - Den außergewöhnlichen und jetzt vollständig renovierten, goldenen Haarschmuck einer Keltin, der aus dem 5. Jahrhundert vor Christus stammt und 2001 in einem Grab am Dürrnberg in Hallein (Tennengau) gefunden wurde, präsentierte am Mittwoch das Österreichische Forschungszentrum Dürrnberg. "Die sozial höher gestellte Frau dürfte eine Priesterin gewesen sein, die das Haargeschmeide zu rituellen Festen und damit auch zur Wintersonnenwende am 21. Dezember getragen hat", erklärte der Leiter des Forschungszentrums und Direktor des Keltenmuseums Hallein, Kurt W. Zeller.

Aufwendiger Kopfschmuck

Die Frau trug ihr Haar vermutlich in zwei langen Zöpfen. Einer dürfte am Hinterkopf schneckenförmig eingedreht und mit 17 unterschiedlich großen, ringförmigen Haarsteckern aus Goldblech verziert gewesen sein. "Der zweite Zopf war vielleicht über der Stirn quer zum Haupthaar gewunden und könnte so als Stütze für die Montage von sieben Hohlkugeln aus hauchdünnem Goldblech gedient haben", erläuterte Zeller. Mit den sieben Kugeln deute die keltische Mythologie offenbar die Ambivalenz der Jahreszeiten, der damals sieben bekannten Planeten und der Sonne als himmlisches Feuer an: "Die Frühjahrsonne, welche die erstarrte Erde erwärmt und die Hochsommersonne, die heilend, aber auch zerstörend sein kann."

Sehr seltener Fund

Bisher seien in Europa nur zwei vergleichbare Funde bekannt, nämlich in Schöckingen in Baden-Württemberg (D) und Urtenen im Kanton Bern (CH). "Es handelt sich dabei aber um deutlich kleinere Modelle", erklärte der Museumsdirektor. Damit sei das Haargeschmeide aus Grab 353 des Dürrnberger "Eislfeldes" der repräsentativste Fund aus dem gesamten Westhallstattkreis. Der "umfangreichste Goldschmuck, der je am Dürrnberg präsentiert wurde", ist ab 22. Dezember im Keltenmuseum zu sehen. (APA)

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    Theresa Bachler (18), Maturantin an der Modeschule Hallein, präsentierte das aussergewöhnliche Haargeschmeide aus Gold aus dem fünften Jahrhundert vor Christus.

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