OÖ: Triebtäter zu drei Jahren Haft verurteilt

22. Dezember 2005, 20:49
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64-Jähriger sitzt bereits in Deutschland Strafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ab

Linz - Ein 64-jähriger Triebtäter ist am Mittwoch im Landesgericht Ried im Innkreis in Oberösterreich zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Er musste sich in dem Geschwornenprozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Vergewaltigung verantworten. Der Spruch ist nicht rechtskräftig.

Der Prozess war Ende September zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens vertagt worden. Dieses hat nun ergeben, dass der Mann zum Zeitpunkt der Taten zurechnungsfähig gewesen sei.

180 Fälle

Der gebürtige Oberösterreicher, der in Deutschland wohnt, sitzt dort derzeit eine sechsjährige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ab. Er soll sich laut Anklageschrift in insgesamt 180 Fällen an der eigenen Tochter und deren Freundin vergangen haben.

Das oberösterreichische Opfer, Jahrgang 1985, wohnte in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vater des 64-Jährigen. Von 1994 bis 1998 soll es bei Besuchen wiederholt zum Beischlaf gekommen sein. Der Mann habe dabei zum Teil auch Gewalt angewendet und dem Mädchen gedroht, berichtete der Staatsanwalt. Die Frau leide noch heute unter den Folgen der Übergriffe, sie sei "schwer traumatisiert".

Nicht rechtskräftig

Sein Verteidiger hatte sich in der ersten Verhandlung auf ein deutsches Gutachten berufen. Demnach könne man bei dem Angeklagten aus forensisch-psychiatrischer Sicht keine Schuldfähigkeit annehmen. Ein neues Gutachten ergab aber nun, dass der Mann bei den Taten in Österreich zurechnungsfähig gewesen sei.

Der Beschuldigte erbat sich Bedenkzeit, der Spruch ist somit nicht rechtskräftig. Der Prozess fand bis auf die Urteilsverkündigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (APA)

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