Raich-Triumph im Riesentorlauf

21. Dezember 2005, 18:48
3 Postings

Pitztaler gewinnt in Kranjska Gora vor Massimiliano Blardone und Thomas Grandi - Maier spektakulär gescheitert

Kranjska Gora/Slowenien - Benjamin Raich hat am Mittwoch im Weltcup-Riesentorlauf in Kranjska Gora in eindrucksvoller Manier seinen ersten Saisonerfolg gefeiert. Im laut ÖSV-Herren-Chef Toni Giger "schwersten Riesentorlauf seit langer, langer Zeit" deklassierte der Pitztaler die Konkurrenz, mit gehörigem Respektabstand folgten der italienische Alta-Badia-Sieger Massimiliano Blardone (+1,00 Sek.) und der Kandier Thomas Grandi (+1,15).

Maier überstand Crash unverletzt

Hermann Maier war im ersten Lauf der Einzige gewesen, der annähernd mit Raich mitgehalten hatte (+0,27), im Finale legte der Salzburger dann aber einen seiner berühmten spektakulären Crashs hin. Nach dem drittletzten Tor hob Maier ab und krachte zunächst in eine Werbetafel und danach ins Fangnetz. Der Doppel-Olympiasieger von Nagano 1998 hatte laut erster Diagnose Glück und überstand den Unfall mit blauen Flecken, jedoch unverletzt. Sein seit dem Motorrad-Unfall im August 2001 deformiertes rechtes Bein überstand also neuerlich einen Härtestest. Der Traum vom Roten Trikot für den Leader in der RTL-Wertung platzte damit jedoch kurz vor dem Ziel.

"Ich bin zu viele Rennen gefahren, das Programm war zu dicht. Im zweiten Durchgang war ich von oben bis unten nicht mehr konzentriert", sagte der 33-Jährige, der bereits nach dem ersten Durchgang gemeint hatte: "Ich bin erledigt, habe keine Kraft mehr. Der Benni hat in Gröden zwei Abfahrtstrainings und die Abfahrt ausgelassen - das merkt man jetzt."

Raich eine Klasse für sich

Und Raich war in Slowenien wirklich eine Klasse für sich. Damit endete auch die sieglose Zeit des 27-Jährigen - den bis Mittwoch letzten Weltcup-Erfolg hatte er am 26. Februar 2005 gefeiert - im RTL von Kranjska Gora. "Ich wusste, dass ich trotz der Führung auch im zweiten Lauf voll attackieren muss", betonte Raich, der in der Gesamtwertung von Rang neun auf drei sprang. Vor dem Slalom am Donnerstag trennen Raich nur noch zwölf Punkte von Bode Miller, der US-Amerikaner schied einmal mehr im Finale aus.

Selbst Raich musste angesichts des Schwierigkeitsgrades in Slowenien durchblasen. "Die Sicht war sehr schlecht, es war irrsinnig schwer. Aber dieser Hang liegt mir eben." Für Raich war es bereits der dritte Triumph im Kranjska-Gora-RTL. Durch den Ausfall Maiers avancierte Hannes Reichelt als Neunter zum zweitbesten Österreicher. "Zu Saisonbeginn wollte ich im Riesentorlauf in die Top 30. Jetzt läuft es wie am Schnürchen, ich war in allen vier Riesentorläufen unter den Top 15, das taugt mir", freute sich der Salzburger, der nun auch ein Thema für das ÖSV-RTL-Team bei Olympia ist.

Mayer vor Karriereende

Die Karriere von Christian Mayer könnte hingegen seit Mittwoch zu Ende sein. Der Kärntner wurde zwar 23. und war damit fünftbester Österreicher, dennoch war der 33-Jährige weit vom geforderten Top-10- bzw. eventuellen Top-15-Ergebnis entfernt. "Schauen wir einmal, was passiert. Der zweite Lauf hat ja nicht so schlecht ausgesehen. Ich warte die Analysen ab", meinte Mayer, der im Finale trotz eines schweren Fehlers Neunter war. "Vielleicht gibt es ja noch eine Chance für mich in Adelboden."

Toni Giger wollte in dieser Sache noch keine Entscheidung bekannt geben, meinte aber: "Es sieht nicht sehr gut für ihn aus. Aber bevor ich etwas entscheide, will ich mit Christian persönlich sprechen." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine Klasse für sich, Benni Raich.

Share if you care.