Wien startet Initiative zur beruflichen Förderung von Migranten

3. März 2006, 16:24
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Projekt "InterCulturExpress" widmet sich der "Dequalifikation"

Wien - Wien startet eine Initiative zur beruflichen Förderung von Migranten. Ziel des Projektes "InterCulturExpress" ist die Verbesserung der Chancen von Zuwanderern am Wiener Arbeitsmarkt. Verschiedene Angebote sollen dabei helfen, dass bereits vorhandene berufliche Qualifikationen in Österreich gut eingesetzt werden können, erklärte Projektleiterin Sonja Sari am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Begegnet werden soll demnach dem Problem der "Dequalifikation". Damit ist die Arbeit in einem Berufsfeld gemeint, das geringere Qualifikationen erfordert, als vom Betroffenen erworben wurde.

Ein Viertel mit Migrationshintergrund

Insgesamt hätte ein Viertel bis ein Drittel der in Wien lebenden Menschen einen Migrationshintergrund, so Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (S). Dequalifikation stelle besonders bei Zuwanderern ein großes Problem dar. Auch die Arbeitslosigkeit von Ausländern sei im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hoch. "Qualifikation ist der Schlüssel zum Kampf gegen Arbeitslosigkeit", betonte Wehsely. Die berufliche Qualifizierung von Migranten sei daher eine wichtiges Thema.

Ein enormes Potenzial von Migranten sei ihre Zwei- oder Mehrsprachigkeit, betonte Brigitte Jank, Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer. Dies sei eine besondere Qualifikation, die beispielsweise im Exportbereich von großem Nutzen sein könne.

Die verschiedenen Lehrgänge und Kurse des "InterCulturExpress" werden von unterschiedlichen Partnern wie dem Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen oder dem Bildungszentrum des bfi Wien durchgeführt. Angeboten wird dabei unter anderem der einjährige Vollzeitlehrgang "Leuchtturm", in dem Migranten und Flüchtlinge zu Bildungstrainern oder Berufsorientierungstrainern ausgebildet werden.

Ampel

Im Teilprojekt "Ampel" werden wichtige Informationen über Anerkennung von Qualifikationen aus dem Ausland vermittelt. Ein weiteres Projekt mit dem klingenden Namen "Ponte" bietet e-learning-Tools an und soll Zuwanderern so eine EDV-Basisqualifizierung ermöglichen.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative "EQUAL" aus Mitteln des europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Die Gemeinde Wien, die Wirtschaftskammer Wien, der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (waff) und die Arbeiterkammer Wien unterstützen den "InterCulturExpress" als strategische Partner. (APA)

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