US-Bundesgericht verbietet "Intelligent Design" im Biologie-Unterricht

9. Juli 2007, 13:43
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Alternative zu Darwin im Lehrplan verstoße laut Richterspruch gegen Verfassung - Acht Familien hatten Schulbehörde verklagt

Harrisburg/Washington - Die umstrittene Lehre vom "intelligent Design" hat vor einem amerikanischen Bundesgericht eine Niederlage erlitten. Der Richter urteilte am Dienstag in Harrisburg in Pennsylvania, das "intelligente Design" dürfe im Schulbezirk von Dover nicht im Biologie-Unterricht erwähnt werden. Dover Area habe mit der Anordnung, die Lehre als Alternative zur Darwinschen Evolutionstheorie zu vermitteln, gegen die Verfassung verstoßen.

Acht Familien klagten gegen "Intelligent Design"-Unterricht

Acht Familien hatten die Schulbehörde verklagt, weil ihren Kindern vor der Vermittlung der Darwinschen Evolutionstheorie erklärt wird, eine höhere Macht habe das Leben auf der Erde geschaffen. Die Eltern sahen darin einen Verstoß der Trennung von Kirche und Staat. Richter John Jones erklärte in der Urteilsbegründung, es sei erstaunlich, dass mehrere Mitglieder des Schulrats stolz ihren Glauben in der Öffentlichkeit verkündeten, sich aber nicht scheuten zu lügen.

Die Kläger hatten angeführt, das "intelligente Design" sei nur eine neue Verpackung für den Kreationismus, der nach Entscheidung mehrerer Gerichte an öffentlichen Schulen nicht unterrichtet werden darf. Die Befürworter erklärten dagegen, ihnen gehe es nur um eine Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts.

Anhänger sehen in der Schöpfung Beweise für höher Macht

Kritiker sprechen der Lehre vom "intelligenten Design" des Menschen jede wissenschaftliche Grundlage ab. Ihrer Meinung nach handelt es sich um Kreationismus, also eine wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte. In den landesweit geführten Streit hatte sich auch US-Präsident George W. Bush eingeschaltet und die Schulen aufgefordert, beide Konzepte zu vermitteln.

Die Theorie vom "Intelligenten Design" findet seit einigen Jahren in den USA wachsende Verbreitung. Im Unterschied zum traditionellen Kreationismus, der das biblische Buch Genesis wörtlich nimmt, leugnet diese Theorie nicht, dass sich die Erde über mehr als vier Milliarden Jahre hinweg entwickelt hat. Sie deutet die komplexen Strukturen der Natur jedoch als Beleg dafür, dass eine übergeordnete Intelligenz dahinterstecken müsse.

Heftige Auseinandersetzungen

In zahlreichen US-Bezirken gibt es heftige Auseinandersetzungen darüber, ob das "Intelligente Design" neben der Evolutionstheorie in die Lehrpläne aufgenommen werden soll. Zwei führende Wissenschaftsorganisationen in den USA - die National Academy of Sciences und die American Association for the Advancement of Science - kamen zu dem Schluss, dass es keinerlei wissenschaftliche Basis für das "Intelligente Design" gebe.

Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn hatte sich im Zuge einer von ihm initiierten Debatte dagegen ausgesprochen, nicht über das Thema "intelligent design" zu diskutieren. "Natürlich darf über 'intelligent design' diskutiert werden. Das wird in der Physik gemacht, erst Recht in der Biologie", hatte Schönborn im Juli in einem Radiointerview betont. Zuvor hatte der Kardinal in einem Beitrag in der "New York Times" scharfe Kritik an "neo-darwinistischen" Evolutionstheoretikern geübt. (APA/AP)

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    Ein Richter in Harrisburg, Pennsylvania, verbot den Unterricht von "Intelligent Design" im Biologie-Lehrplan.

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