Arbeitsgericht: AK-Erfolg für Wochengeld

21. Dezember 2005, 11:53
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Frau erhält nach Intervention 5.000 Euro Wochengeld zusätzlich

Linz - Knapp 5.000 Euro Wochengeld mehr als von der Gebietskrankenkasse ursprünglich berechnet, bekommt eine junge Oberösterreicherin, die von der Arbeiterkammer vor dem Arbeitsgericht vertreten wurde. Die AK hat erreicht, dass für die Berechnung des Wochengeldes ausschließlich das letzte Arbeitsentgelt herangezogen wird und sich die vorangegangene Bildungskarenz nicht schmälernd auswirkt.

Hintergrund

Die Frau hatte eine dreimonatige Bildungskarenz in Anspruch genommen. Während dieser Zeit war ihr Einkommen entsprechend gering. Danach arbeitete sie wieder bei ihrer Firma, musste aber bereits nach einigen Wochen in den vorzeitigen Mutterschutz gehen.

Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse berechnete das Wochengeld auf Basis des Arbeitsentgelts und des Weiterbildungsgeldes. Das hätte für die werdende Mutter einen Verlust von mehreren tausend Euro bedeutet.

Mit Hilfe der Arbeiterkammer ging die Frau vor Gericht. Die Richter des Arbeitsgerichtes entschieden im Sinne der Frau. Demnach muss das Wochengeld nur auf Basis des Arbeitsentgelts berechnet werden, die niedrigeren Bezüge während der Weiterbildungskarenz dürfen nicht zur Minderung des Wochengelds führen.

Das Urteil des Arbeitsgerichts ist rechtskräftig, die Gebietskrankenkasse hat auf eine Berufung verzichtet. Die tägliche Differenz zum ursprünglich berechneten Wochengeld macht täglich 20 Euro aus, das sind rund 600 Euro im Monat.

Verbesserung

Die Arbeiterkammer hat heuer bereits eine Verbesserung beim Wochengeld bewirkt: Früher waren Frauen benachteiligt, die in den letzten drei Monaten vor der Schutzfrist sowohl Kinderbetreuungsgeld als auch Arbeitseinkommen bezogen haben. Das Wochengeld wurde nur aus dem Arbeitseinkommen der letzten drei Monate vor der Schutzfrist berechnet und war daher in Einzelfällen extrem niedrig. Die AK hat erreicht, dass das Kinderbetreuungsgeld in die Berechnung des Wochengeldes mit einbezogen wird. Seit Mitte des Jahres ist das neue Gesetz in Kraft. (red)

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