Kuba setzt auf EU-Lateinamerika-Gipfel in Wien

29. Dezember 2005, 14:07
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Botschafterin: Aktive Vorbereitung und hochrangige Delegation geplant - Teilnahme Fidel Castros wird im letzten Moment entschieden

Wien - Kuba zeigt großes Interesse an dem Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Lateinamerikas und der Karibik (EULAC), das im Mai unter der österreichischen EU-Präsidentschaft in Wien stattfinden wird. "Wir werden mit einer hochrangigen Delegation am Gipfel teilnehmen", so die kubanische Botschafterin in Österreich, Norma Goicochea Estenoz, gegenüber der APA. "Wer sie anführen wird, ist noch nicht sicher."

Über eine mögliche Teilnahme von Staatschef Fidel Castro wird bisher nur spekuliert. Ob der "Maximo Lider" zu dem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Österreich erscheinen werde, darauf legte sich die Diplomatin am Mittwoch ebenso wenig fest wie vor einem Monat. "Das wird im letzten Augenblick entschieden. Wir haben darüber keine Information."

Große Bedeutung

Fest steht laut Goicochea, dass Kuba dem Gipfel große Bedeutung beimesse und sich aktiv an den Vorbereitungen beteilige. Die Botschafterin betonte ausdrücklich, dass ihr Land "an allen Aktivitäten mitwirkt", auch an dem - parallel zum politischen Gipfel - geplanten Wirtschaftsforum. Hier biete sich eine gute Gelegenheit für den lateinamerikanischen Kontinent, sich in seiner Vielfalt zu präsentieren.

Anders lagen die Dinge beim Amerika-Gipfel, der jüngst im argentinischen Mar del Plata abgehalten wurde. Dahinter ortete die Diplomatin eine Kuba-feindliche US-Strategie. Der "Cumbre de las Americas" sei von den Vereinigten Staaten so konzipiert gewesen, "dass Kuba auf regionaler Ebene ausgeschlossen wird". In Mar del Plata hatten die lateinamerikanischen Führer dem Wunsch Washingtons nach einer Freihandelszone eine Absage erteilt.

"Wir beobachten, wie weit Kuba auf der transatlantischen Agenda der Europäer thematisiert wird", so Goicochea, die viel Erfahrungen in der multilateralen Diplomatie gesammelt hat. Auf Grund dieser Erfahrungen hegt sie keine Illusionen: "Es ist unmöglich, eine Solidarität der Staaten des Südens gegen die USA zu erreichen." Der Grund liege in den partikulären Interessen und in der ökonomischen Abhängigkeit der Entwicklungsländer. (APA)

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