Arcor-Vertriebsvorstand Kraus tritt nach schweren Vorwürfen zurück

28. Dezember 2005, 10:39
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Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Provisionen in Millionen-Höhe

Der Vertriebsvorstand des zweitgrößten deutschen Festnetzanbieters Arcor, Heinz-Josef Kraus, ist zurückgetreten. Kraus verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch, sagte ein Arcor-Sprecher am Dienstag in Eschborn auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Manager wegen des Verdachts der Untreue. Die Vorwürfe beziehen sich allerdings auf die Zeit vor dem Eintritt von Kraus bei der Vodafone-Tochter. Die Aufgaben von Kraus wird bis auf weiteres Kay Schwabedal übernehmen, der im Vorstand für den Bereich Operations zuständig ist.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Kraus, im Jahr 2000 Provisionen im unteren einstelligen Millionen-Euro-Bereich im Zusammenhang mit dem Ankauf von Firmen eingestrichen zu haben. Der Manager war damals Vorstandsmitglied der am Neuen Markt notierten Augusta Technologie AG gewesen. Arcor gehört mehrheitlich dem britischen Vodafone-Konzern und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 1,6 Mrd. Euro. Das Unternehmen ist in Deutschland nach der Telekom der zweitgrößte Festnetzanbieter.(APA/dpa)

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