Jugendlichenwahl auf Bewährungsprobe

8. Mai 2006, 19:09
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Mitte November durften die Salzburger Jugendlichen zwischen 16 und 18 zum ersten Mal bei Kommunalwahlen in Oberalm ihre Stimme abgeben. Nun liegen Ergebnisse vor was die Senkung des Wahlalters gebracht hat und ob und wieso die jungen Salzburger zur Wahl gingen.

Über 70 Prozent der wahlberechtigten Jugendlichen in Oberalm machten am 13. November von ihrem neuen Recht gebrauch, ein höherer Wert als bei der allgemeinen Wahlbeteiligung. Die Beteiligung von Jugendlichen an Bürgermeisterwahlen war eine Premiere, Grund genug für das Land Salzburg eine Umfrage in Auftrag zu geben, um die Meinungen der jungen Wähler einzufangen.

Die Wichtigkeit von Wahlen

Für den Jugendbeauftragen der SPÖ David Brenner zeigen die Ergebnisse einen Erfolg, er meint: "die erste Bewährungsprobe wurde bravourös gelöst". Diese positive Einstellung basiert auf der hohen Wahlbeteiligung und den Rückmeldungen der Jugendlichen gegenüber der neuen Möglichkeit. An erster Stelle bei den Wahlmotiven steht "die Wichtigkeit von Wahlen", dicht danach kommt "durch die Politik etwas verändern zu können". 42 Prozent der befragten 16 bis 18jährigen gaben an, dass die Senkung des Wahlalters ihr Politikinteresse gesteigert hat.

"16 Jahre ist ein gutes Alter"

Im Raum steht nach wie vor das Hauptargument der Gegner der Wahlaltersenkung, dass Teenager in diesem Alter noch nicht die Reife oder die Ernsthaftigkeit für einen Wahlgang besitzen. Anderer Meinung ist da David Brenner: "16 Jahre ist ein gutes Alter, es ist ein Alter wo die Jugendlichen verantwortungsvoll umgehen, sie sind reif und interessiert". Auch 36 Prozent der befragten Teenager stimmten der Aussage gar nicht zu, dass die Senkung des Wahlalters sinnlos ist.
Was wieder daran erinnern lässt, dass es sich bei den Wählern um noch nicht Volljährige handelt, ist die Angabe, dass mehr als ein Drittel der Befragten angaben, von ihren Eltern aufgefordert worden zu sein, zur Wahl zu gehen. 90 Prozent gaben an mit den Eltern über die Wahl gesprochen zu haben, an zweiter Stelle stehen Gespräche mit Freunden (81 Prozent).
Die Telefonbefragungen wurden im Auftrag des Landes von SORA durchgeführt. Die Wahlmöglichkeit ab 16 Jahren gibt es neben dem Bundesland Salzburg auch in Wien, Burgenland, Steiermark und Kärnten. In Salzburg dürfen auch erstmals Personen ab 16 ihre Stimme bei den Landtagswahlen 2009 abgeben. (linu)

Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt.

  • Die Wahlbeteiligung der Jugendliche (Balken grün) lag bei 72,4 Prozent, um zwei Prozentpunkte höher als die allgemeine Wahlbeteiligung von 70,1 (Balken rot).(Quelle Sora)
    quelle: sora

    Die Wahlbeteiligung der Jugendliche (Balken grün) lag bei 72,4 Prozent, um zwei Prozentpunkte höher als die allgemeine Wahlbeteiligung von 70,1 (Balken rot).(Quelle Sora)

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