Neues US-Gesetz soll Digital-Konvertierung teilweise illegalisieren

10. März 2006, 17:32
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Umwandlung analoger Bild- oder Tonquellen soll nur mehr in kopiergeschützte Formate erlaubt werden

Dem US-Kongress liegt derzeit ein neuer Gesetzesvorschlag vor, der die Möglichkeiten Kopien von analogen Bild- oder Tonquellen zu machen deutlich einschränken soll. Geht es nach dem Willen einiger republikanischer und demokratischer Kongressmitglieder soll die Konvertierung entsprechender Materialien nur mehr in kopiergeschützte Formate erlaubt werden, dies berichtet c'net.

Einschränkungen

Wird das Gesetz beschlossen, würden alle Hardwarehersteller dazu verpflichtet ihre Geräte entsprechend anzupassen, andernfalls dürften die Geräte nicht mehr verkauft werden. Davon betroffen wären eine ganze Reihe von Produkten, von der TV-Karte über digitale Videorekorder bis zu MP3-Playern mit Aufnahmefunktion.

Absichten

Auf diese Art und Weise sollen "Kriminelle" davon "abgehalten werden, kopiergeschützte Inhalte weiterzuverbreiten und damit Profite zu machen", so der republikanische Vorsitzende des Rechtsausschuss James Sensenbrenner Jr. Sehr erfreut über diesen Vorstoß zeigt sich naturgemäß auch die Filmindustrie, MPAA-Vorsitzender Dan Glickman nennt den "Digital Transition Content Security Act" einen wichtigen Schritt, um die "Rechte der Copyright-Inhaber im digitalen Zeitalter zu schützen".

Lücken

Mit dem Gesetz soll auch ein für alle mal die sogenannte "analoge Lücke" geschlossen werden, denn bisher kann alles Digital Rights Management nicht verhindern, dass digitales Material analog ausgespielt und wieder redigitalisiert werden kann. Zwar ergeben sich dabei Qualtiätsverluste, der Kopierschutz ist allerdings auch ausgetrickst.

Umwandlung

Im Detail sieht der Gesetzesentwurf noch einige weitere Einschränkungen vor, so soll es zwar auch weiterhin möglich sein, kopiergeschütztes Filmmaterial analog auszugeben, die Auflösung wird dabei aber auf maximal 720x480 Pixel beschränkt. Digitale Videorekorder dürften "kopiergeschützte" Aufnahmen aus analogen Quellen nur mehr maximal 90 Minuten aufnehmen, danach muss die Aufnahme unbrauchbar gemacht werden. Ob das Gesetz so kommen wird, steht allerdings noch in den Sternen, immerhin werden hier wohl auch die Hardwarehersteller noch ein Wort mitreden wollen, würde das für sie doch wohl Einschränkungen und zusätzliche Kosten bedeuten. (red)

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