Erste Arbeitssitzung im Parlament abgebrochen

27. Dezember 2005, 11:20
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Tumulte, nachdem ein Abgeordneter Warlords als "Kriminelle" bezeichnete

Kabul - Bei der ersten Arbeitssitzung des afghanischen Parlaments ist es am Dienstag in Kabul zu wütenden Auseinandersetzungen gekommen. Als ein Abgeordneter Kriegsherren (Warlords) als "Kriminelle" bezeichnete, entstand ein solcher Tumult, dass die Sitzung fast abgebrochen werden musste. Im Unterhaus (Wolesi Jirga) sitzen mehrere Milizenführer und auch frühere Taliban-Kommandanten. Die im September gewählte erste Volksvertretung seit dem Sturz der Monarchie 1973 war am Montag zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengetreten.

Keine Parteien zugelassen

Die Wahlen, zu denen keine Parteien zugelassen waren, hatten in erster Linie regionale Führer von Bürgerkriegsmilizen und deren Gefolgsleute gewonnen. Präsident Hamid Karzai hatte erklärt, das Problem der "Warlords" sei seit den Wahlen "praktisch gelöst". Er hatte General Abdul Rashid Dostum, einen der Warlords, zum Generalstabschef der Streitkräfte ernannt. Die Milizen des Usbekenführers, der von der früheren pro-sowjetischen Regierung in Kabul zum Vier-Sterne-General befördert und mit dem Ehrentitel "Held der Republik" ausgezeichnet worden war, hatten unter anderem bei der Eroberung der Stadt Mazar-i-Sharif 2001 ein Blutbad angerichtet. (APA/AP)

  • Bei der Angelobung am Montag herrschte noch Ordnung.
    foto: epa/ahmad masood

    Bei der Angelobung am Montag herrschte noch Ordnung.

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