Letzte Chance für Christian Mayer

21. Dezember 2005, 12:10
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Schafft der Routinier aus Kärnten beim RTL in Kranjska Gora kein gutes Resultat könnte das Rennen in Slowenien sein letztes sein

Kranjska Gora - Das Weihnachts-Special des Herren-Weltcups findet diesmal in Slowenien statt. Für die Riesentorläufer geht es am Mittwoch (10:30 und 13:30 Uhr/jeweils live ORF 1) bereits um eines der heiß begehrten Olympia-Tickets, denn nach Kranjska Gora findet nur noch ein Riesenslalom (Adelboden am 7. Jänner) vor den Winterspielen statt. Drei der vier Olympia-Fahrkarten dürften an Hermann Maier, Rainer Schönfelder und Benjamin Raich gehen, dahinter läuft jedoch das große Match um den vierten Platz. Anwärter gibt es mit Hannes Reichelt, Stephan Görgl, Mario Matt oder Christoph Gruber jede Menge.

Christian Mayer hat da ganz andere Sorgen. Ausgerechnet in Kranjska Gora, wo der Kärntner das erste FIS-Rennen seiner Karriere bestritten und auch schon zwei Weltcup-Riesentorläufe gewonnen hat, könnte seine Laufbahn am Mittwoch zu Ende gehen. Der ÖSV hatte dem Kraftpaket aus Finkenstein drei Chancen zugestanden sich zu beweisen, die bisherigen zwei (Ausfall in Beaver Creek, verpasste Qualifikation für den zweiten Durchgang in Alta Badia) hat der 33-jährige RTL-Spezialist nicht nützen können.

"Der Hang gefällt mir, hier bin ich schon als kleiner Bub oft gefahren. Die Übergänge liegen mir. Flach, steil, flach, steil - das kann ich", so der Kranjska-Gora-Sieger 1998 und 2000, der zudem in seinem "Heimrennen" jeweils zwei zweite (1999, 2003) und vierte (1994, 1995) Plätze an Land zog. Im Skidorf nahe der Kärntner Grenze zählt für Mayer nun nur ein Top-Ergebnis, am besten eines in den Top-Ten. "Vielleicht ist es mein letztes Rennen, aber gute Nerven hatte ich schon immer."

Mayer, 1994 im RTL Olympia-Dritter, kämpft um den Verbleib in ÖSV-Team, schätzt seine Situation aber auch realistisch ein. "Ich habe mir schon vorher gesagt: Wenn es bis Kranjska Gora nicht passt, dann lasse ich meine Karriere sowieso langsam ausklingen. Im Jänner gibt es eine neue FIS-Liste, da fällt mein Verletztenstatus raus und dann würde ich weit zurück fallen. Da ist es gescheiter, wenn ein Junger meinen Startplatz nimmt und Erfahrung für die kommenden Saisonen sammelt."

Warum es in den USA und in Italien nicht nach Wunsch lief? "In Beaver Creek lief es gut, doch dann erwischte ich einen Stein. Was in Alta Badia los war, kann ich mir im Endeffekt nicht erklären. Da hat irgendetwas nicht zusammengepasst. Außerdem bin ich zu rund gefahren und das spielt es in der heutigen Zeit nicht mehr." Deshalb hat Fischer-Pilot Mayer auch ein bisschen an der Abstimmung gefeilt. "Ich werde eine andere Bindungsplatte als in Alta Badia verwinden. Damit sollte es wieder besser ausschauen."

Reiter statt Schifferer

Im ÖSV-Aufgebot gibt es gegenüber Alta Badia eine Veränderung. Der 24-jährige Salzburger Hannes Reiter fährt statt Andreas Schifferer, der in Italien nur 51. war. Reiter, der sein bisher letztes Weltcup-Rennen Ende Februar 2005 in Kranjska Gora bestritten hatte (out im ersten RTL-Durchgang), hat sich vergangene Woche mit Platz vier in einem Europacup-RTL in Italien empfohlen. (APA/red)

Programm in Kranjska Gora:

21.12.: RTL
22.12.: Slalom

ÖSV-Team für RTL: Patrick Bechter, Stephan Görgl, Christoph Gruber, Hermann Maier, Christian Mayer, Mario Matt, Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Hannes Reiter, Rainer Schönfelder, Michael Walchhofer

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