Verkehrsbilanz: Weniger Tote, Ziele aber noch nicht erreicht

28. Dezember 2005, 08:44
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KfV: Sorgenkind sind 15-jährige Mopedlenker - Erfolge bei 18- bis 24-Jährigen und Alkolenkern - Mit Grafik

Durchwegs positiv präsentiert sich die bisherige heimische Verkehrsunfallbilanz: Im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) prognostiziert man bis zum Jahresende 775 Verkehrstote, womit der Vorjahresrekordtiefstand von 876 um 101 Todesopfer verbessert werden könnte. Das "Sorgenkind" ist laut dem Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), Othmar Thann, die Gruppe der 15-jährigen Mopedlenker.

Zwar sei die bisherige Unfallstatistik im heurigen Jahr "eigentlich sehr positiv", biete aber dennoch Raum für Verbesserungen: So sei auch heuer das im Verkehrssicherheitsprogramm gesteckte Ziel von weniger als 718 Toten nicht erreicht worden, sagte Thann der APA. Man sei aber "schon sehr, sehr nahe dran". Einen massiven Zuwachs an Unfällen gab es laut dem KfV-Direktor bei den jungen Mopedlenkern, bei denen er "ein gröberes Problem" ortet.

Die Zahl der Crashs bei den Zweiradneulingen sei von 2004 auf heuer von 640 auf 942 geklettert, was einen Anstieg von rund einem Drittel bedeutet. Um diesem Problem Herr zu werden, fordert der KfV-Direktor zusätzliche Gruppengespräche im Rahmen der praktischen Fahrstunden, wo Aspekte wie Risikoabschätzung und vorausschauendes Fahren besprochen werden sollten.

Einen sehr starken Rückgang gab es laut Thann bei den 18 bis 24-Jährigen: Bei den Getöteten in dieser Altersgruppe gibt es gemäß der vorläufigen Statistik ein Minus von 35 Prozent, was "international gesehen ein sehr großer Erfolg" sei. Dies führt Thann auf die Einführung des Mehrphasenführerscheins zurück. Dieser sieht vor, dass jeder Fahranfänger im ersten Jahr nach dem Führerscheinerwerb ein Fahrsicherheitstraining samt psychologischem Gruppengespräch sowie zwei Perfektionsfahrten in absolvieren muss.

Bei den Alko-Unfällen gab es ebenfalls eine positive Entwicklung: Waren es im Vorjahr noch 60 Tote, sind es heuer gemäß den vorläufigen Zahlen des KfV 46. Grundsätzlich zeigte sich Thann optimistisch, dass das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 zu halbieren, erreicht werden kann. Neue Maßnahmen wie "Licht am Tag" oder das Vormerksystem bräuchten eine Vorlaufzeit von etwa zwei Jahren, um zu wirken.

Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zog am Dienstag in einer Aussendung eine positive Bilanz und rechnet damit, dass die Zahl der Verkehrstoten heuer erstmals niedriger als 800 sein wird. Mit minus 26 Prozent sei die Zahl der Verkehrstoten in Salzburg am stärksten gesunken, den zweiten Platz erreichten laut VCÖ Kärnten und Wien mit minus 24 Prozent. (Schluss) pwi/km

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