Schweizer Cineasten leben nicht am teuersten

29. Dezember 2005, 16:43
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Marktforschungsinstitut behauptet, Eidgenossen hätten Europas höchste Kinopreise - Weit gefehlt: In London sind die Tickets um gute 6 Euro teurer

Bern - Die Schweiz hat angeblich die höchsten Kinopreise in Europa. So behauptet es zumindest eine Studie des Marktforschungsinstituts IHA-GfK, die die Eintrittspreise in den Hauptstädten von 25 Ländern verglich. In Bern müssen Filmbegeisterte für eine Vorführung am Samstagabend 17 Franken (11 Euro) hinblättern, wie IHA-GfK am Dienstag mitteilte. Fast ebenso teuer ist das Kinovergnügen im Norwegischen Oslo mit 10,9 Euro und in Helsinki (10 Euro).

Studie liegt falsch: London ist am teuersten

Eine Netzrecherche von derStandard.at ergab, dass ein Ticket im Odeon Kino am Londoner Leicester Square am Freitag zur Hauptspielzeit für einen Platz in den Mittelreihen stolze 11,50 britische Pfund und damit ganze 16,98 Euro kostet. Es ist also davon auszugehen, dass selbst bei der Errechnung von Durchschnittspreisen, die Londoner Kinos die teuersten in ganz Europa sind. Ein Besuch erscheint somit fast unerschwinglich.

Laut der fraglichen Studie kommen Kinofans in den Nachbarländern der Schweiz deutlich billiger weg: In Frankreich kostet ein Kinoticket 8,9 Euro, in Österreich 8,1 Euro, in Deutschland 7,9 Euro und in Italien 7,4 Euro. Die Preise hängen laut dem Forschungsinstitut stark mit der Kaufkraft der Länder zusammen. Sie spiegelten die Kluft zwischen Ost- und Westeuropa wider.

Durchschnittspreis bei 6,3 Euro

Der von IHA-GfK errechnete Durchschnittspreis liegt bei 6,3 Euro. Er werde etwa in Russland (6,8 Euro), Türkei (6,8 Euro) und der Ukraine mehr oder weniger erreicht. Am günstigsten sei ein Kinoabend in den Balkanländern Bosnien-Montenegro (2,3 Euro) und Serbien-Montenegro (2,9 Euro). (kafe)

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