Die neuen Landesräte im Porträt

23. Dezember 2005, 13:38
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"Wallnöfer-Ziehsohn" wird Agrar-Landesrat, Platter-Vertrauter als Bildungslandesrat, Junganwalt übernimmt Wirtschaftsressort, Verkehrs-LR brachte Brennertunnel auf Schiene

Innsbruck - Mit 48 Jahren stammt der designierte Tiroler Landwirtschaftslandesrat Anton Steixner politisch gesehen aus der Ära des legendären Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer. Der Landeschef hatte Steixner seinerzeit als politisches Jungtalent in die Führungsriege des mächtigen Bauernbundes geholt, dessen Chef Steixner 1988 wurde. Der Schwiegersohn Wallnöfers, Herwig van Staa, holte ihn nun in die Regierung.

Der gelernte Landwirt wurde am 26. März 1957 geboren und betreibt mit seiner Frau und den drei Töchtern in Mutters südlich von Innsbruck den Schöberlhof, einen Bergbauernhof.

Seinen politischen Werdegang startete Steixner 1975 als Ortsobmann der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend, deren Landesobmann er 1981 wurde. Seit 1986 sitzt er als Abgeordneter im Landtag, seit 1994 ist er Landtagsvizepräsident.

Krisenmanager

Mit dem neuen Tiroler Bildungslandesrat Erwin Koler wird ein Vertrauter von Tirols AAB-Chef, Verteidigungsminister Günther Platter in die Landesregierung berufen. Überregional bekannt wurde Koler unter anderem nach der Lawinenkatastrophe von Galtür im Jahr 1999, als Koordinator der Hilfsmaßnahmen in seiner Funktion als Bezirkshauptmann von Landeck.

Geboren wurde Koler am 13. Dezember 1949 in Imsterberg (Bezirk Imst). Der Sohn eines ÖBB-Beamten ist seit 1974 verheiratet und hat auch tragische Familienereignisse hinter sich. 2001 erlag seine Tochter Barbara im 23. Lebensjahr einem Herzleiden.

Der promovierte Jurist startete seine Berufslaufbahn 1975 als Verwaltungsjurist bei der Bezirkshauptmannschaft Imst. Seit 1. Jänner 1994 ist er Bezirkshauptmann von Landeck, dem Heimatbezirk Platters. Zwischen 1980 und 1990 war er Gemeinderat in Imsterberg. Seit 1996 ist er Obmann der Lebenshilfe Tirol in Landeck.

Bodner stammt aus bekannter Unterländer Bauunternehmer-Dynastie

Mit Johannes Bodner (36) übernimmt ein Junganwalt das mächtige Wirtschaftsressort in der Tiroler Landesregierung. Bodner entstammt einer bekannten Unterländer Bauunternehmer-Dynastie. In seiner Heimatstadt Kufstein war er zuletzt Stadtrat und galt als "rechte Hand" des dortigen Bürgermeisters. Der ÖVP trat er erst 2004 bei.

Geboren wurde Bodner am 28. Jänner 1969 in Kufstein. Während des Jus-Studiums in Innsbruck war er in der elterlichen Baufirma Ing. Hans Bodner Bau GmbH und CoKG tätig. Seit 2002 ist er selbstständiger Rechtsanwalt in der Anwaltskanzlei Treichl/Krumschnabel/Bodner in Kufstein, seit 2003 Lektor an der Fachhochschule Kufstein für Privatrecht.

Zu seinen großen Hobbies zählt der Fußball. Zwischen 2003 und 2005 war er Präsident des FC Kufstein. Seine politische Laufbahn startete mit der Gemeinderatswahl 2004, nach der er Stadtrat von Kufstein wurde. In der Festungsstadt ist Bodner für Personal, Wirtschaft- und Betriebsansiedlung, Tourismus, Recht, Sport, Fürsorge, Finanzen und Verkehr zuständig.

Ehemaliger Vorstandsdirektor der Brenner Basistunnel-Gesellschaft

Der Name des neuen Tiroler SP-Landesrates Hans Lindenberger ist untrennbar mit dem Brenner Basistunnel verbunden. Er brachte das überregionale Verkehrsprojekt auf Schiene. Der 55-Jährige wird in der Landesregierung für Umwelt und Verkehr zuständig sein.

Geboren wurde Lindenberger am 31. Dezember 1949 in Innsbruck. Nach der Volks- und Hauptschule absolvierte er eine Schlosserlehre. Anschließend besuchte er die HTL für Maschinenbau. Von 1973 bis 1979 folgte das Bauingenieurstudium an der Technischen Fakultät der Innsbrucker Universität.

Seine berufliche Laufbahn startete Lindenberger bei einem Zivilingenieur in Innsbruck. 1980 wechselte er zu den Österreichischen Bundesbahnen. Dort war er für die Planungen und Genehmigungsverfahren von Sonderprojekten im Bahnbau zuständig. 1987 bis 1991 war er Projektleiter der Bahnumfahrung Innsbruck.

Zwischen 1992 und 1995 übernahm er die Leitung der Bundesbahndirektion Innsbruck. Von 1996 bis 2003 war der Diplom-Ingenieur Generaldirektor der Brenner Eisenbahn Gesellschaft (BEG). Von 1999 bis zuletzt übte er die Position des Vorstandsdirektors der Brenner Basistunnel Gesellschaft (BBT) aus.

Lindenberger wohnt gemeinsam mit seiner Frau in Zirl westlich von Innsbruck und ist Vater zweier Söhne. (APA)

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