Stadion-Umbenennung verärgert Kartnig

26. Dezember 2005, 11:48
35 Postings

Verkauf der Namensrechte könnte Geld in die leeren Kassen bringen - GAK-Chef Sükar ist sehr interessiert, der Sturm-Boss poltert

Graz - Der "Liebesentzug" für die steirische Landeshauptstadt durch den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger bietet den Grazer Fußball-Bundesligisten GAK und Sturm die Chance, ihre finanziellen Probleme zu lindern. Da die Liebenauer Arena künftig nicht mehr Schwarzenegger-Stadion heißen darf, könnte ein Sponsor als Namenspatron einspringen und dafür ansehnliche Summen bezahlen - was beide Vereine dringend nötig hätten, Sturm-Präsident Kartnig jedoch zeigt sich einmal mehr von seiner mürrischen Seite.

Sükar sondiert

GAK-Präsident Harald Sükar will zu diesem Thema noch vor Weihnachten erste Sondierungsgespräche mit dem Stadionbesitzer, der Stadt Graz, führen. "Dieser Chance werden wir uns nicht berauben lassen", erklärte der Klub-Boss, der Chef von McDonald's Österreich ist.

Eine entscheidende Rolle bei der Suche nach einem Geldgeber könnte laut Sükar das Sportvermarktungs-Unternehmen IMG (International Management Group) spielen, das im vergangenen April die Vermarktung des österreichischen Vizemeisters übernommen hat. "Die IMG hat in solchen Dingen Erfahrung. So heißt zum Beispiel über Vermittlung der IMG die WM-Arena in Köln 'RheinEnergie-Stadion'", sagte Sükar.

Der GAK-Boss - ein überzeugter Gegner der Todesstrafe - bemängelte, dass einige Parteien rund um das von Schwarzenegger abgelehnte Gnadengesuch des zum Tode verurteilten Stanley Williams "politisches Kleingeld" schlagen wollten. "Aber aus pragmatischer Sicht bin ich nicht unglücklich darüber", meinte Sükar, dessen Klub in den vergangenen Monaten zahlreiche Leistungsträger wegen finanzieller Engpässe hatte verkaufen müssen.

Kartnig poltert

Auch Sturm ist in der jüngeren Vergangenheit in wirtschaftlicher Hinsicht ordentlich ins Trudeln gekommen - bei Präsident Hannes Kartnig trat die Freude über mögliche neue Geldquellen im Vergleich zum Ärger über den verlorenen Stadionnamen dennoch in den Hintergrund. "Ich suche jetzt sicher keinen neuen Sponsor, mich interessiert das ganze Thema nicht und außerdem gehört mir das Stadion gar nicht", schimpfte Kartnig in einer ersten Reaktion.

Das Verhalten einiger Landes- und Stadt-Politiker bezeichnete er als "die größte Blödheit von allen. Jetzt haben wir in Graz wieder den Ruf von Neandertalern", so Kartnig, dessen GAK-Kollege Sükar sich mit ihm noch am Dienstag zu dieser Causa unterhalten und ihm die Vorteile eines neuen Schriftzuges auf der Arena schmackhaft machen wollte.

Tatsächlich ist es vor allem in Deutschland zur Mode geworden, Namensrechte an Stadien für teures Geld an Großkonzerne zu verkaufen. So wurden acht der zwölf Stadien für die WM 2006 nach Konzernen getauft, die den jeweiligen Vereinen unter die Arme greifen (bei der WM selbst dürfen die Sponsor-Bezeichnungen allerdings nicht verwendet werden). In Österreich spielt der Bundesligist SV Ried in der "Fill-Metallbau-Arena", im Gegensatz dazu wurde SV Salzburg in der Zeit vor dem Red-Bull-Einstieg auf der Suche nach einem Stadion-Namensgeber nicht fündig und läuft nach wie vor in der "EM-Arena Wals-Siezenheim" ein. (APA)

Share if you care.