Hisbollah-Mitglied aus deutscher Haft entlassen

21. Dezember 2005, 18:40
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Trotz US- Auslieferungsantrag - Libanese war wegen Mordes an US-Marinetaucher verurteilt

Berlin - Die deutsche Regierung hat bestätigt, dass sie den wegen Mordes und Flugzeugentführung verurteilten Libanesen Mohammad Ali Hammadi aus der Haft entlassen hat.

Hammadi, der Mitglied der radikalislamischen libanesischen Hisbollah (Partei Gottes) ist, sei auf der Basis einer Entscheidung der zuständigen hessischen Justiz freigelassen worden, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums am Dienstag in Berlin. Hammadi habe seine Strafe verbüßt. Weitere Einzelheiten wollte die Sprecherin nicht nennen. Ein Regierungssprecher schloss einen Zusammenhang mit der Entführung der deutschen Archäologin Susanne Osthoff aus. "Es gibt keinen Zusammenhang." Osthoff war am Sonntag von den Geiselnehmern freigelassen worden. Aus diplomatischen Kreisen in Berlin und Beirut hatte es zuvor geheißen, Hammadi sei trotz eines Auslieferungsgesuchs der USA bereits in den Libanon zurückgekehrt.

Entführung eines US-Verkehrsflugzeuges

Hammadi war 1987 auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen und 1989 wegen der Entführung eines US-Verkehrsflugzeuges der Fluggesellschaft TWA im Juni 1985 nach Beirut und der Ermordung des US-Kampftauchers Robert Dean Stethem in der Maschine verurteilt worden. 1987 lehnte die damalige Bundesregierung ein Auslieferungsersuchen der USA ab - vor allem um das Leben zweier deutscher Staatsbürger zu schützen, die damals im Libanon als Geiseln festgehalten wurden. Während des Prozesses räumte Hammadi ein, dass die Geiselnahme im Auftrag der pro-iranischen Hisbollah geschehen sei. Ziel sei es gewesen, die Freilassung von 700 schiitischen Gefangenen in Israel zu erpressen. (Reuters)

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