Männer als die besseren Frauen

20. Dezember 2005, 11:58
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Oder als Patriarchen, Spieler und Versager - Ein Blick auf die neuesten Kinofilme

Frauen und Männer, Männer und Frauen. Darum geht es meistens und in den neuesteten Kinofilmen ebenso überwiegend. Um verlassene Ehemänner, die sich mit fremden Frauen zu trösten suchen, um Männer, die als bessere Frauen angesehen werden, um Patriarchen, die zu nichts taugen ... Hier finden Sie einen kleinen Überblick auf die Österreich-Filmstarts ab 22. Dezember 2005:

"Oliver Twist"
(GB/CZ/F/I 2005, 130 min)
Regie: Roman Polanski
Mit: Ben Kingsley, Barney Clark, Leanne Rowe, Mark Strong
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Es ist nicht "die gute, alte Zeit", die Roman Polanski in seiner Dickens-Verfilmung "Oliver Twist" vor den ZuschauerInnen ausbreitet. Mitte des 19. Jahrhunderts lässt es sich in London nur für jene gut leben, die auf die Butterseite gefallen sind - und Waisenknaben zählen sicher nicht dazu.

"Organize Isler - Krumme Dinger am Bosporus"
(TR 2005, 106 min)
Regie: Yilmaz Erdogan
Mit: Yilmaz Erdogan, Altan, Erkekli, Demet Akbag, Tolga Cevik
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Der türkische Erfolgsregisseur Yilmaz Erdogan inszenierte seine neue Komödie um glücklose Helden rasant und witzig. Asim Noyan hält sich als Chef einer Bande mit dem Verkauf gestohlener Autos über Wasser. Den Rest seiner Zeit verbringt der verlassene Ehemann damit, sich mit fremden Frauen zu trösten. Der erfolglose Soziologe Yusuf Ziya Ocak leidet unter dem mangelnden Interesse an seiner aktuellen Publikation. Und dann ist da noch der erfolglose Parodist Samet, der sich eigentlich das Leben nehmen will...

"Stage Beauty"
(GB/D/USA 2004, 110 min)
Regie: Richard Eyre
Mit: Billy Crudup, Claire Danes, Rupert Everett, Tom Wilkinson
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"Stage Beauty" spielt in der Londoner Theaterwelt des 17. Jahrhunderts. Dort gelten Männer als die besseren Frauen, doch die Emanzipation kennt auch im Barock kein Erbarmen. Auf königliche Anordnung sollen echte Frauen auf die Bühne. Und so ist in dem hochgradig besetzten Sittenporträt auf einmal hinter den Theaterkulissen die Hölle los.

"Wo die Liebe hinfällt"
(USA 2005, 97 min)
Regie: Rob Reiner
Mit: Jennifer Aniston, Kevin Costner, Shirley Maclaine, Mark Ruffalo, Mena Suvari
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Sarah (Jennifer Aniston) reist mit ihrem Verlobten zur Hochzeit ihrer Schwester und entdeckt, dass ihre Familie das Vorbild für das Drehbuch des Films "Reifeprüfung" (1967, mit Dustin Hoffman) war. Ihre verstorbene Mutter und ihre Großmutter (Shirley MacLaine) hatten eine Affäre mit dem Südstaaten-Mogul Beau Burroughs (Kevin Costner). Sarah lässt alles stehen und liegen, um ihn aufzutreiben. Und es überrascht nicht wirklich, dass auch sie sich in den attraktiven Herrn verliebt.

"Wilde Bienen"
(CZ 2001, 94 min)
Regie: Bohdan Slama
Mit: Zdenek Rauser, Tatiana Vilhelmová, Marek Daniel

Aus Tschechien kommt diese sympathische, selbstironische Komödie, die das Leben in der mährischen Provinz beschreibt. In Moravia haben sich die Leute mit ihrem einfachen Leben zurechtgefunden: die Frauen kriegen Kinder und schuften im Wald, die Männer sind Spieler oder Patriarchen. Das Mädchen Bozka sieht sich in ein paar Jahren "dick, doof und zufrieden", ihr Freund Lada versucht sich hingegen als Michael Jackson-Imitator. Doch auch der junge, introvertierte Holzfäller Kaja hat ein Auge auf Bozka geworfen...
(APA)

Ab 22. Dezember im Kino
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