Bund senkt Anteil an Swisscom

28. Dezember 2005, 14:47
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Bund-Anteil leicht auf 62,45 Prozent gesunken - Dies spülte 1,35 Milliarden Franken in die Kasse der Eidgenossenschaft

Bern - Der Bund hat den Anteil an der Swisscom im laufenden Jahr gemäß seiner alten Strategie leicht von 66,1 auf 62,45 Prozent gesenkt. Dies spülte 1,35 Mrd. Franken (871 Mio. Euro) in die Kasse der Eidgenossenschaft.

Der Bund beteiligte sich am Aktienrückkaufsprogramm der Swisscom und an der Wandlung einer Anleihe, wie das Eidg. Finanzdepartement (EFD) am Dienstag mitteilte. Für die gesamthaft verkauften 3,1 Mio. Aktien konnte der Bund einen Durchschnittspreis von 430.40 Fr. erzielen.

Dabei zahlte sich die im Februar erfolgte Wandlung der Anleihe aus, konnte doch für die 0,9 Millionen so veräußerten Aktien ein Preis von 450 Fr. erzielt werden. Damals notierte die Swisscom- Aktie bei 450 Fr. und stieg dann kurz auf das Jahreshoch von 470 Franken.

Seit Mai kostet der Titel nur noch zwischen 410 und 430 Franken. Doch auch bei dem am Montag abgeschlossenen Aktienrückkaufprogramm konnte der Bund einen Erfolg verbuchen.

Die Swisscom zahlte gemäß eigenen Angaben vom Dienstag für die total zurück gekauften 4,77 Mio. Aktien durchschnittlich 419.80 Franken. Der Bund erzielte für seine via das Rückkaufprogramm abgestoßenen 2,2 Mio. Aktien aber einen Durchschnittspreis von 422.40 Franken.

Die außerordentlichen Einnahmen von 939 Mio. Fr. aus dem Aktienrückkauf und von 405 Mio. Fr. aus der Wandlung einer Anleihe muss der Bund gemäß Finanzhaushaltsgesetz zum Schuldenabbau verwenden.

Neu hält der Bund noch 38,4 Mio. Swisscom-Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 62,45 Prozent. Bei der Privatisierung der Swisscom im Jahr 1998 hatte der Bund 65,5 Prozent gehalten.

Seit dem Börsengang nahm die Eidgenossenschaft durch die Ausschüttungen der Swisscom rund 9 Mrd. Fr. ein, wie Felix Senn, Leiter der Bundes-Tresorerie, auf Anfrage sagte.

Ausschüttung mehr als Hälfte der Börsenbewertung

Laut Swisscom-Sprecher Sepp Huber entrichtete der Telekomkonzern seit 1998 gesamthaft 15,9 Mrd. Fr. an seine Aktionäre, davon rund 6 Mrd. Fr. über Dividenden, 1,6 Mrd. Fr. über Nennwertreduktionen und 8,3 Mrd. Fr. mittels Aktienrückkaufprogrammen. Die Ausschüttung innerhalb von nur sieben Jahren entspreche mehr als der Hälfte der aktuellen Börsenbewertung.

Allein im laufenden Jahr habe die Swisscom knapp 2,9 Mrd. Fr. an die Aktionäre ausgeschüttet. Davon machte die Dividende 861 Millionen aus, der Aktienrückkauf 2 Milliarden.

Die über eine speziell eingerichtete zweite Handelslinie an der Börse virt-x zurückgekauften 4,77 Mio. Namenaktien entsprechen 7,75 Prozent des Aktienkapitals. Das Volumen stand noch vor dem Hintergrund der damaligen Strategie des Bundesrates, den Anteil der Eidgenossenschaft an der Swisscom mittelfristig auf 50 Prozent plus 1 Aktie zu senken.

An einer Klausur Mitte November entschied die Regierung, eine Gesetzesvorlage für eine vollständige Privatisierung vorzubereiten. Bis dahin hat die Hauptaktionärin der Swisscom verboten, ausländische Grundversorger zu übernehmen.

Damit platzte nach den vergeblichen Bemühungen um Telekom Austria und Cesky Telecom auch der offenbar spruchreife Einstieg bei der irischen Eircom. Detaillierte "strategische Ziele" will die Regierung am (morgigen) Mittwoch präsentieren. (APA)

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