Wieder Zwischenfall bei Gletscherseilbahn in Sölden

21. Dezember 2005, 20:34
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Bergegondel stürzte bei Funktionsprobe ab, keine Verletzten

Innsbruck - In der Tiroler Wintersportgemeinde Sölden häufen sich gefährliche Zwischenfälle. Nach der Gondeltragödie im September mit neun Toten und einem Lawinenabgang auf eine gesicherte Skipiste wurde nun bekannt, dass bereits vor drei Wochen eine Bergegondel der Unglücksseilbahn abgestürzt ist. Laut Tiroler Tageszeitung ereignete sich der Unfall außerhalb der Betriebszeiten, verletzt wurde niemand.

Der Betriebsleiter der Bergbahnen Sölden, Hansjörg Posch, bestätigte, dass beim Versuch, eine Bergegondel auf das Seil zu heben, diese abgestürzt sei. "In der Talstation haben wir zwei Bergegondeln, in der Bergstation eine. Sie hängen dort an Haken, haben mit der Gondelbahn keine Verbindung", so Posch. Vor einem Einsatz müssten sie mit einem Kettenzug vom Haken gehoben und die Rollen auf das Seil der Gondelbahn aufgesetzt werden. Dann könnten sie mit einem Dieselaggregat gestartet werden.

Der Unfall sei während einer Funktionsprobe passiert, bevor die Bergegondel überhaupt am Seil der Gondelbahn hing. Seitens der Behörde sei sofort verfügt worden, die Kettenzüge auszutauschen und dann eine Bergeübung durchzuführen.

Wie berichtet, hatte sich im September ein tragischer Unfall in Sölden zugetragen. Damals waren neun Deutsche, darunter sechs Kinder, ums Leben gekommen, als ein Hubschrauber einen Betonkübel verloren hatte, der ausgerechnet auf die Seilbahn stürzte. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Klärung der genauen Unfallursache sind noch am Laufen.

Defekter Sessellift

Bange Minuten erlebten am Dienstag rund zwanzig Skifahrer, die von einem defekten Sessellift in Fieberbrunn bei Kitzbühel geborgen werden mussten. Der auf über 2000 Meter Seehöhe führende Hochhörndllift war aus vorerst unbekannter Ursache stehen geblieben. Bei der Bahn handelt es sich um einen Vierersessellift. (APA, red, DER STANDARD - Printausgabe, 21. Dezember 2005)

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