Gegen Geschichtsklitterungen

27. Dezember 2005, 12:54
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"Zur Tektonik der Geschichte" im Forum Stadtpark versucht, die geschichtlichen Spuren der 1930er- und 1940er-Jahre in der Gegenwart darzulegen

Bald ist das Jahr 2005 und seine feierlichen Rückblicke auf die österreichische Zeitgeschichte vorbei. Ein guter Zeitpunkt also, sich noch einmal mit den Intentionen und Bildpolitiken zu befassen, die hinter den unterschiedlichen Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit stehen.

Die von Andrea Domesle und Martin Krenn kuratierte Ausstellung "Zur Tektonik der Geschichte" fragt danach, wo und wie sich der geschichtliche Einfluss noch heute greifen lässt, und versucht, die geschichtlichen Spuren der 1930er- und 1940er-Jahre in der Gegenwart darzulegen und den Umgang mit der NS-Zeit in Österreich zu reflektieren.

Mit Arbeiten von international renommierten Künstlern wie Hans Haacke, Gustav Metzger oder Peter Weibel, aber auch anderen, z. T. jüngeren Künstlerinnen und Künstlern wie Klub Zwei, Anna Kowalska, Pia Lanzinger, Lisl Ponger, Tim Sharp, Arye Wachsmuth, u. v. a. will sie zeigen, inwieweit es den Medien Fotografie bzw. Film heute möglich ist, zwischen Konstruktion und Abbild zu einer Wirklichkeitsfindung von Geschichte beizutragen und andere, noch nicht gesellschaftskonforme, weil brüchigere Geschichtsbilder zu formulieren. (cb/DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2005)

Forum Stadtpark
8010 Graz
Stadtpark 1
0316/82 77 34. Bis 15. 1.
  • Zeithistorische Ausgrabungen von Lisl Ponger: "Verzogen", 2005.
    foto: forum stadtpark

    Zeithistorische Ausgrabungen von Lisl Ponger: "Verzogen", 2005.

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