Finale Befehlsempfänger

20. Dezember 2005, 13:27
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Die Stimmung aus Misstrauen und Angst gibt in Harold Pinters Stück "Der stumme Diener" den Ton an - Schauspielhaus Graz

Zwei professionelle Killer warten auf ihren nächsten Auftrag. Für einen der beiden wird es der finale Job sein, doch das weiß er noch nicht, und so wartet er mit seinem herrischen Kollegen auf Anweisungen, die zu einem quälenden Psychospielchen werden. Denn statt einer frischen Leiche werden verschiedene Speisen vom großen Unbekannten bestellt. Die Stimmung aus Misstrauen und Angst, die in Harold Pinters 1957 geschriebenem Stück Der stumme Diener den Ton angibt, die eiskalte Spannung zwischen Gus und Ben, machten den Erfolg des Theater-Thrillers aus.

Der Schauspieler Daniel Doujenis, der sich auf der Probebühne im Grazer Schauspielhaus als Regisseur versucht, brachte das Erfolgsstück mit viel Feingefühl auf die Bühne, konnte aber die Spannung zwischen Oliver Rosskopf und Thomas Prazak - trotz solider schauspielerischer Leistungen - nicht ganz halten. Dafür hätte es vielleicht mehr Probenzeit für die kurzfristig auf den Spielplan gesetzte Produktion gebraucht. Ein optischer Trost ist dabei die Ausstattung von Vibeke Andersen, die einen unheimlichen Raum schafft. Das Zimmer wird zum Abbild leer gebrannter Seelenlandschaften. (cms/DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2005)

Schauspielhaus Graz
nächste Aufführung 28. 12., 20.00
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    foto: schauspielhaus graz/peter manninger
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