Mahnmal für Grazer Stadion

27. Dezember 2005, 09:25
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SP, KP und Grüne gegen Kompromiss von VP-Kulturstadtrat

Allein gelassen wurde der Grazer VP-Kulturstadtrat Werner Miedl mit seinem Kompromissvorschlag, der die Schwarzenegger-Debatte entkrampfen sollte. Er will das Arnold-Schwarzenegger-Stadion in Liebenau zwar nicht umbenennen, dafür aber vor dem Stadion ein Mahnmal gegen die Todesstrafe errichten. "Wenn das Schwarzenegger- Stadion nicht mehr so heißt, dann ist das Thema Todesstrafe weg. Wenn ich aber einen internationalen Künstlerwettbewerb ausschreibe, lebt das Thema von einer wechselseitigen Spannung, damit ist viel mehr getan", argumentiert Miedl. Er könne sich auch einen geladenen Wettbewerb vorstellen, bei dem Künstler aus jenen Ländern mitmachen, in denen die Todesstrafe ein Thema sei: "USA, Kuba, Korea", erklärt Miedl.

SPÖ, Grüne und die KPÖ bleiben dabei, das Stadion umzubenennen.

Vorschlag "absurd"

Grünen- Klubobfrau Sigrid Binder findet Miedls Vorschlag "absurd": "Es handelt sich um ein Stadion, keine Gedenkstätte." Für die Grüne kommt nur eine Umbenennung infrage: "Die Leute wollen unbeschwert zum Stadion gehen und guten Fußball sehen." Am unverfänglichsten sei der Name "Liebenauer Stadion", das sei "auch gut für den Bezirk Liebenau". Wenn es denn ein Personennamen sein muss, so ist Binder für ein "Ivica-Osim- Stadion".

Der Grazer SP-Klubvorsitzende Karl-Heinz Herper hat zwar nichts gegen ein Mahnmal, "wenn es an die Abschaffung der Todesstrafe erinnert". Es würde aber ein Widerspruch sein, wenn das Stadion weiter den alten Namen trüge und davor ein Mahnmal stünde.

Entscheidungen zur Umbenennung sollen laut Herper am Grazer SP-Parteitag am 13. Jänner fallen. KP-Wohnbaustadträtin Elke Kahr hat sich über einen Alternativnamen keine Gedanken gemacht: "Man sollte die Bevölkerung selbst fragen." Wie Sigrid Binder ist auch sie für die Bezeichnung "Liebenauer Stadion". Es solle aber "eine Identifizierung mit einem Menschen oder Namen sein, der für eine positive Symbolik steht", sagte Kahr. Öffentliche Plätze nach lebenden Personen zu benennen hält sie für problematisch, denn "man weiß nie, wie sich ein Mensch entwickelt". (DER STANDARD-Printausgabe 20.12.2005)

Marijana Miljkovic
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    Neben Oskar Höfingers Fußballer-Skulptur vor dem Schwarzenegger-Stadion könnte ein Todesstrafen-Mahnmal errichtet werden, meint die VP, trifft aber auf Ablehnung.

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