US-Geheimdienst der Folter in Afghanistan beschuldigt

25. Dezember 2005, 09:29
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Laut Aussagen von Guantanamo-Häftlingen

New York - Der amerikanische Geheimdienst CIA soll nach einem Bericht von New Yorker Menschenrechtsverfechtern bis 2004 Gefangene in Afghanistan gefoltert haben. Schlaf-, Wasser- und Nahrungsentzug, Schläge und die Androhung von Vergewaltigung seien in einem Geheimgefängnis in Afghanistan an der Tagesordnung gewesen, schreibt "Human Rights Watch" (HRW) in seinem am Montag veröffentlichten Bericht. Die Organisation forderte US-Vizepräsident Dick Cheney auf, bei seinem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul an diesem Montag zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Wochenlang Rap- und Heavy-Metal-Music

Die Gefangenen seien in totaler Finsternis gehalten, an die Wand gekettet und Wochen lang mit lauter Rap- oder Heavy-Metal-Music in der Zelle beschallt worden, heißt es in dem Bericht. Er beruht auf den Aussagen von acht ehemaligen Häftlingen, von denen einige inzwischen nach Guantánamo auf Kuba verlegt wurden. Da die USA keine Menschenrechtler nach Guantánamo lassen, wurden die Aussagen von Rechtsanwälten der Gefangenen aufgezeichnet und Human Rights Watch übergeben. Nach diesen Darstellungen folterten und misshandelten Amerikaner und Afghanen in Zivilkleidung. Human Rights Watch folgerte daraus, dass es sich um eine CIA-Einrichtung gehandelt habe. Die Organisation wirft Washington vor, zwischen "20 und 30 geheime Gefängnisse der US- Armee in Afghanistan" zu unterhalten. (APA/dpa)

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