Iraner ignorieren "steinzeitliches" West-Musik-Verbot

27. Dezember 2005, 13:18
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Präsident Ahmadinejad untersagte "dekadente" Musik in Radio und Fernsehen- "Nehmen Sie diesen Mann nicht ernst", kommentierte Autofahrer der lautstark "Hotel California" spielte

Teheran - Mit seinem Verbot westlicher Musik stößt der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei seinen Landsleuten auf taube Ohren. In den Geschäften wurden am Dienstag weiterhin CDs ausländischer Künstler verkauft, in ihren Autos hörten viele Fahrer HipHop und Country-Musik. Der staatliche Rundfunk spielte dagegen ausschließlich iranische Musik. Es war jedoch unklar, ob ein Zusammenhang mit dem Verbot bestand.

Ahmadinejad redet "als würde er in der Steinzeit leben"

"Dieser Präsident redet, als würde er in der Steinzeit leben", sagte ein Kunde in einem Plattenladen in Teheran. "Er muss einsehen, dass er den Menschen nicht vorschreiben kann, welche Musik sie hören oder nicht hören." Der Ladenbesitzer erklärte, er erwarte nicht, dass das Verbot umgesetzt werde: "Die Geistlichen und die Behörden sprechen jeden Tag über neue Vorschriften".

Ahmadinejad untersagte den staatlichen Radio- und Fernsehsendern nach Zeitungsberichten vom Montag die Ausstrahlung westlicher Musik. "Nehmen Sie diesen Mann nicht ernst", sagte ein Autofahrer, der in seinem Pkw laut "Hotel California" von den Eagles hörte. Viele Bürger erwarten, dass das neue Verbot wie andere in der Vergangenheit einfach vergessen wird. So hatte die Regierung einmal den Verkauf von Platten weiblicher Künstler untersagt oder Frauen das Tragen von Make-up verboten. Keine der Vorschriften wurde jemals durchgesetzt. (red/APA/AP)

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