Mutmaßliche Helfer irakischer Terroristen in Spanien festgenommen

20. Dezember 2005, 12:57
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15 Islamisten verhaftet - Enger Kontakt zu Al-Kaida vorgeworfen

Madrid - Die spanische Polizei hat am Montag 15 Personen unter dem Verdacht festgenommen, Kämpfer für den irakischen Aufstand rekrutiert oder indoktriniert zu haben. Innenminister José Antonio Alonso erklärte bei einer Pressekonferenz, die Zelle habe engen Kontakt zu Al-Kaida-Mitgliedern im Irak unterhalten. Zwei Personen seien bereit gewesen, für den "Heiligen Krieg" (Jihad) dorthin entsandt zu werden. Die Ermittlungen hätten seit Jänner angedauert.

An der Aktion waren laut Alonso mehr als 100 Polizisten beteiligt. Die Festgenommenen stammten aus Marokko, Algerien, Ägypten, Libanon, Äthiopien, Ghana und Spanien. Bei ihnen seien Bauteile für Sprengsätze sichergestellt worden. Die Gruppe sei aber nicht in der Lage gewesen, Bombenanschläge zu verüben. Die Festnahmen erfolgten in den südspanischen Städten Málaga, Sevilla und Nerja, in Lérida im Nordosten des Landes und auf den Balearen.

Seit 11. September über 200 Islamisten verhaftet

Die Polizeiaktion war die zweite innerhalb von zehn Tagen gegen Verdächtige aus dem Umfeld des islamischen Terrorismus. Am 9. Dezember waren an der Costa del Sol in Südspanien sieben Verdächtige festgenommen worden, die Terroristen in Algerien mit Geld versorgt haben sollen. Im Juni waren in Spanien zehn Männer festgenommen worden, die die Aufständischen im Irak unterstützt haben sollen.

Seit den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 wurden in Spanien mehr als 200 mutmaßliche Islamisten festgenommen. Davon standen über 100 Festnahmen im Zusammenhang mit den Madrider Attentaten vom 11. März 2004, bei denen 191 Menschen getötet und rund 1500 verletzt worden waren. (APA/AP/dpa)

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    Nach monatelangen Ermittlungen nahmen spanische Polizisten am Montag 15 mutmaßliche Helfer irakischer Terroristen fest.

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