Steiermark: Achteinhalb Jahre Haft für Mordversuch

20. Dezember 2005, 13:58
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Einweisung in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher - Urteil nicht rechtskräftig

Leoben - Zu achteinhalb Jahren Haft wurde am Montag im Landesgericht Leoben ein Obersteirer verurteilt, der seine Mutter umbringen wollte. Der Mann hatte sich im Juni dieses Jahres in Mürzzuschlag mit einem Messer, einer Armbrust und einem Schlagstock bewaffnet. Der Frau war im letzten Moment die Flucht gelungen, ihr Sohn hatte aber auch noch einen Nachbarn als Geisel genommen, bevor die Polizei ihn festnehmen konnte.

Ein Streit mit der Mutter soll der unmittelbare Auslöser für die Tat des Obersteirers gewesen sein. Er beschloss seinen eigenen Angaben zufolge nicht nur, die Mutter zu töten, sondern auch 22 weitere Verwandte und Bekannte. Der Mann zog sich einen Kampfanzug an und bemalte sein Gesicht mit schwarzer Farbe. Anschließend fragte er seine Mutter, wie sie sterben wolle und schoss einen Pfeil in ihre Richtung.

Geflüchtet und Polizei verständigt

Nach dem Schuss zerrte der Obersteirer die schockierte Frau ins Schlafzimmer. Als er die Vorhänge zuziehen wollte, gelang ihr die Flucht. Sie lief aus der Wohnung und verständigte die Polizei. Ihr Sohn rannte auf den Gang des Mehrparteienhauses und traf dort einen Nachbarn. Der erschrockene Mann wollte in seine eigene Wohnung flüchten, doch der Amokläufer folgte ihm. Er versetzte seinem Opfer mehrere Schläge und nahm ihn als Geisel. Dann drohte der Obersteirer, er werde das ganze Haus in die Luft sprengen. Nach mehr als zwei Stunden gelang es der Polizei, ihn telefonisch zum Aufgeben zu bewegen. Der 30-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen.

Der Geschworenensenat verurteilte den 30-Jährigen zu achteinhalb Jahren Haft. Derzeit verbüßt der Mann aber schon eine siebeneinhalb Gefängnisstrafe wegen eines Tankstellenraubes, zu der er Ende vorigen Jahres verurteilt worden war. Insgesamt muss der Angeklagte nun also für 16 Jahre hinter Gitter. Er wird in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, das Urteil ist nicht rechtskräftig. (APA)

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