Spekulationen um Amag-Verkauf

29. Dezember 2005, 14:20
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Keine Stellungnahme gibt es von Unternehmenschef und Miteigentümer Hammerer zu den Medienberichten vom Wochenende

Linz - Um einen Verkauf des oberösterreichischen Aluminium-Erzeugers Amag in Ranshofen gibt es Spekulationen, seitdem die "Oberösterreichischen Nachrichten" am Wochenende berichteten, das Unternehmen stehe vor dem Verkauf. Vor allem die Politik befasst sich mit dem Thema. Das Büro von Amag-Generaldirektor Klaus Hammerer teilte auf Anfrage der APA am Montag mit, dass es dazu keine Auskünfte gebe.

Die OÖN erinnerten daran, dass der Staat 1996 um einen symbolischen Schilling die damals marode Amag verkauft habe. Jetzt wolle Hammerer offenbar seinen 40-Prozent-Anteil verkaufen. Um den besten Preis zu erzielen, sei es notwendig, auch die 20 Prozent der Mitarbeiterstiftung mit zu veräußern. Deren Stimmrechte seien mit jenen Hammerers verbunden.

Eine der drei Großen

Laut OÖN will Hammerer dem Vernehmen nach an einen der drei großen Aluminium-Konzerne verkaufen und soll davon auch die Betriebsräte bereits überzeugt haben. Die drei Branchenriesen sind Alcoa (USA), Alcan (Kanada) und Norsk Hydro (Norwegen). Befürchtungen, dass die Übernahme durch einen Konkurrenten für die Zukunft Ranshofens gefährlich sei, soll Hammerer zerstreut haben.

Probleme, so der Zeitungsbericht, könnte der zweite große Amag-Aktionär bereiten. Die Constantia-Gruppe der Familie Turnauer halte ebenfalls 40 Prozent. Sie habe ein Vorkaufsrecht und sei mit Hammerer seit Jahren zerstritten. Bei Constantia kenne man die Verkaufsgerüchte. "Verhandeln kann Hammerer mit jedem. Ob er oder ein anderer unser Partner ist, ist nicht wesentlich. Wir schauen uns den Preis jedenfalls an", wird der Konzern zitiert.

Österreichische Lösung

Der oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider erklärte im Pressedienst seiner Partei, sollte es tatsächlich zu einem Verkauf des Unternehmens kommen, müsse es eine oberösterreichische oder österreichische Lösung geben. Unter den Interessenten gebe es potente heimische Unternehmen. Denn durch einen Verkauf an ausländische Riesen der Alu-Branche würde die Zukunft des Standortes Ranshofen mehr als ungewiss werden.

Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl stellte gegenüber der Zeitung "Neues Volksblatt" fest, er halte den Standort Ranshofen für einen "unheimlich erfolgreichen und dynamischen Standort". Der Betrieb sei erst seit seiner Privatisierung erfolgreich. Eine mit dem Verkauf von 60 Prozent der Amag-Anteile verbundene Gefahr für den oberösterreichischen Standort sehe er nicht. Die Tatsache, dass ein neuer Eigentümer dazukomme, dürfe man nicht im Vornherein verurteilen. (APA)

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Amag
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    Um einen Verkauf des oberösterreichischen Aluminium-Erzeugers Amag in Ranshofen gibt es Spekulationen aber keine Bestätigung.

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