Barbies: Auf Liebe folgt Hass

19. Dezember 2005, 13:42
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Britische Studie untersucht Phänomen der "Barbie-Folter" unter jungen Mädchen

London - Viele Mädchen in Großbritannien hassen ihre Barbies nach einigen Jahren der innigen Zuneigung so sehr, dass sie die Blondinenpuppen geradezu foltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der renommierten Universität von Bath in der westenglischen Grafschaft Somerset. Mädchen zwischen dem siebenten und elften Lebensjahr würden Barbies oft verstümmeln, manchmal gar enthaupten und in Extremfällen in der Mikrowelle schmoren lassen, heißt es in dem Bericht der ForscherInnen.

"Schadenfrohe" Berichte über Folter

"Als wir Gruppen jüngerer Schulkinder zu Barbie befragten, erfuhren wir, dass die Puppe Hass und Gewalt hervorrief", sagte die Teamleiterin Agnes Nairn nach Angaben der Zeitung "Daily Mail". "Es wurde tatsächlich über physische Gewalt und die Folterung der Puppe berichtet, und zwar schadenfroh."

Viele Mädchen würden die "Barbie-Folter" als ganz normal und sogar als "cool" ansehen im Vergleich zu der früheren liebevollen Beschäftigung mit der Puppe. Als Erklärung für das Gewalt-Phänomen nannte Nairn, dass sich die Mädchen mit dem Älterwerden von einem "babyhaften" Symbol ihrer frühen Kindheit abwenden. Aus der Puppe mit eigener Persönlichkeit werde schließlich ein bloßer Gegenstand, den man zerstören könne, wie eine Getränkebüchse.

Jungen entwickeln positives Nostalgie-Gefühl

"Während auf Erwachsene die Freude am Zerbrechen, Verstümmeln und Foltern der Puppe stark irritierend wirkt, ist sie aus der Perspektive des Kindes einfach eine fantasievolle Art, mit etwas nutzlos gewordenem umzugehen." Nach Angaben der ForscherInnengruppe waren insgesamt 100 Mädchen und Buben an der Studie beteiligt. Buben hätten anders als die Mädchen zu ihren Spielzeugfiguren wie zum Beispiel dem "Action Man" kein derartiges Hass-Verhältnis entwickelt. Sie würden viel eher gegenüber ihren einstigen Action-Helden ein positives Nostalgie-Gefühl entwickeln. (APA/dpa)

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