Schiffbrüchige nach elf Tagen Küste Vietnams gerettet

20. Dezember 2005, 13:58
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Yacht von "Monsterwelle" getroffen und gesunken - In kleinem Schlauchboot überlebt

Hanoi - Nach elf Tagen in einem kleinen Schlauchboot auf sturmgepeitschter See sind zwei Schiffbrüchige aus Australien und Neuseeland vor der vietnamesischen Küste gerettet worden. Sie hätten die ganze Zeit nichts gegessen und zuerst Regenwasser, später ihren eigenen Urin getrunken, berichteten Mark Smith und Steven Freeman am Montag telefonisch von der vietnamesischen Insel Ly Son, wo sie medizinisch behandelt wurden. Am Samstag hatten Fischer sie rund fünf Kilometer vor der vietnamesischen Küste geborgen.

Die Männer seien trotz der Strapazen "bei guter Gesundheit", sagte ein behandelnder Arzt. "Wir hatten nur ein Paddel und einen Schwamm", berichtete Smith (49). "Es war schiere Willenskraft, die uns am Leben hielt." Der Neuseeländer Freeman (30) sagte: "Es ist absolut unglaublich." Die starken Stürme hätten das kleine Boot jeden Tag hin und her geworfen, ergänzte Smith. "Aber die Nächte waren am schlimmsten."

"Monsterwelle" traf Yacht

Die beiden waren am 5. Dezember mit einer 21 Meter langen Yacht in Hongkong aufgebrochen, um das Schiff nach Australien zu überführen. Schon am ersten Tag fiel nach ihren Berichten die Maschine aus, und die See wurde rau. Dann habe eine "Monsterwelle" das Schiff getroffen und ein Loch in die Hülle gerissen. "Wir sind in 60 Sekunden gesunken", erzählte Smith. Die Notausrüstung des Schlauchbootes ging über Bord. "Es war unbeschreibliches Pech. Leuchtraketen, Funkgerät, Wasser, Essen - alles war weg."

Kurz vor Sonnenaufgang an ihrem elften Tag auf See hätten die beiden Männer die Lichter der Insel Ly Son gesehen. Beim Versuch, dorthin zu paddeln, seien sie auf ein Riff aufgelaufen. Dann hätten Fischer sie entdeckt. (APA/dpa)

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