USA: Absehbares Ende der Zinserhöhungen unterstützen den Markt

21. Dezember 2005, 12:58
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US Aktienmärkte konnten sich in der abgelaufenen Handelswoche befestigen und den höchsten Indexstand seit vier Jahren erreichen. Kurstreiber waren vor allem Aussagen der Fed im Zuge der jüngsten Zinserhöhung, welche auf ein mögliches Ende des Zinserhöhungszyklus hindeuteten. Dies beflügelte vor allem Banktitel und Aktien von Bauunternehmen. Zusätzliche Unterstützung erhielt der Markt vom Ölpreis, der unter die Marke von USD 60 rutschte. Von Seite der Konjunkturindikatoren wurden des Weiteren die Lagerbestände zufrieden stellend gemeldet. Vor allem der Umstand, dass die Umsätze weiterhin doppelt so stark angestiegen sind wie der Lageraufbau, wurde vom Markt positiv aufgenommen.

Volatil präsentierte sich Apple Computers. Nach der Ankündigung seine PCs ab Jänner und somit sechs Monate früher als geplant mit Intel Chips ausstatten zu wollen, konnte der Titel zunächst zulegen. Negative Kommentare seitens renommierter Investmentbanken zu Apple führten im weiteren Wochenverlauf zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Die Aktie von Google profitierte von der verstärkten Nachfrage seitens institutioneller Anleger infolge der bevorstehenden Aufnahme in den Nasdaq 100 Index. Schließlich erhöhte im Techsektor Hewlett Packard seine Gewinnprognosen bis 2007. Im Einzelhandelssektor wurden die Nachricht von WalMart positiv aufgenommen, wonach die Dezemberumsätze bis dato im Plan liegen. Für Enttäuschung in der Branche sorgte die größte Elektronikkette Best Buy. Das Unternehmen musste eine Gewinnwarnung aussprechen, da die Kosten infolge der umfangreichen Filialrenovierungen heuer und 2006 stärker als die Gewinne steigen dürften. Positiv war der Zwischenbericht von Procter&Gamble zu werten. Der Konsumgüterproduzent erhöhte dabei seine Gewinnprognose für das laufende Quartal. Altria konnte nach einem positiven Gerichtsentscheid Zugewinne verbuchen. Ein in einer niedrigeren Instanz gefälltes Urteil über eine Schadenersatzzahlung von 10 Mrd. USD wurde aufgehoben. Erfreulich präsentierten sich die Meldungen in der Luftfahrtbranche. Der größte US-Zulieferer zur Flugzeugindustrie Honeywell hob seine Ertragsschätzungen für 2006 an und erwartet nun ein Wachstum von mehr als 30%. Boeing wiederum profitierte von einem neuen Großauftrag über 115 Flugzeuge für Quantas Airlines. Für positive Stimmung im Finanzsektor sorgten die Investmentbanken Lehman und Bear Stearns. Beide Unternehmen veröffentlichten Quartalsergebnisse über den Erwartungen des Marktes.

Negative Nachrichten waren einmal mehr von General Motors zu vernehmen. Die Rating Agentur Standard&Poors senkte das Rating des Automobilherstellers neuerlich ab. Standard&Poors bezweifelt in seiner Analyse, dass die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen ausreichen, um einen Bankrott im kommenden Jahr abzuwenden. Einmal mehr drehte sich das Übernahmekarusell. Der Ölkonzern ConocoPhilips kündigte an, den Gasproduzenten Burlington Resources für 35 Mrd. USD übernehmen zu wollen. In Summe präsentiert sich der US Aktienmarkt weiterhin in optimistischer Verfassung. Positive Meldungen von Konjunktur- und von Unternehmensseite, sowie die Hoffung auf ein Ende des Zinserhöhungszyklus sollten dem Markt nachhaltige Unterstützung bieten. Vor diesem Hintergrund gehen wir auch in der kommenden Woche von festeren Kursen aus.

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