Europa: Verhaltene Marktentwicklung trotz vieler Nachrichten

21. Dezember 2005, 12:58
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Wie schon in der Vorwoche zeichnete sich auch diese Handelswoche durch einen verhaltenen Markt aus. Nachrichten gab es dennoch genug.

Im Stoxx-Branchenvergleich konnten trotzdem wieder der Großteil Branchen zulegen. Im Schnitt am besten liefen die Werte aus den Bereichen des nichtzyklischen Konsums, Bau- und Baumaterialfirmen und der Mediensektor. Die in der Vorwoche unter den besten Sektoren zu findenden Subindizes der Basic Resources und Healthcare verhielten sich in dieser Woche genau entgegen gesetzt und performten am schwächsten. Unter den Einzeltitel liefen vor allem französische Bauwerte gut. Frankreich macht es möglich. Obwohl die Unternehmen Vinci S.A. und Eiffage S.A. aufgrund von Preisabsprachen beim Bau von Autostraßen gerade zur Zahlung einer Strafe verurteilt wurden, bekamen sie als Belohnung bei der Privatisierung der französischen Autobahnen ASF und APRR den Zuschlag vor den ausländischen Bieterkonsortien. Bei den Aktien gab es daraufhin kein Halten mehr. Die Titel lagen teilweise um die 8 Prozent im Plus.

Schlagzeilen machte der niederländische Elektronikkonzern Philips mit der Ankündigung die Halbleitersparte abzuspalten oder zu verkaufen. Die Aktie zog an. Der Einstieg der spanischen Telefonica in Großbritannien nimmt konkrete Formen an. Immerhin hält das Unternehmen mittlerweile schon die Mehrheit an der britischen O2. Eine Bieterschlacht scheint sich um den Netzwerkausrüster Telindus abzuzeichnen. Sowohl Belgacom als auch France Telecom haben Angebote unterbreitet. Weiter abgestürzt ist der schweizerische Biopharmawert Actelion. Der einzige Blockbuster des Unternehmens Tracleer wird sich nun auch noch gegen ein amerikanisches Konkurrenzprodukt behaupten müssen. Der unlautere Abwehrkampf der Antonveneta gegen eine Übernahme der ABN Amro hat ein Nachspiel. Der ehemalige Chef der italienischen Banca Populare Gianpiero Fiorani und vier weitere Bankiers wurden wegen Bestechung verhaftet.

In der Woche vor Weihnachten erwarten wir einen wohl eher zurückhaltenden Marktverlauf, da Händler und Anleger kaum mehr viel riskieren werden wollen.

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