US-Geisel Schulz offenbar ermordet

23. Dezember 2005, 15:18
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Mindestens fünf westliche Geiseln in der Hand von Entführern: Vier Friedensaktivisten und französischer Ingenieur - Insgesamt derzeit etwa 75 Ausländer entführt oder vermisst

Bagdad - Nach der Freilassung der Deutschen Susanne Osthoff sind im Irak noch mindestens fünf westliche Ausländer in der Gewalt von Entführern. Eine weitere Geisel, der US-Amerikaner Ronald Allen Schulz, wurde nach Darstellung einer extremistischen Gruppe getötet. Sie stellte am Montag ein Video ins Internet, das nach ihren Angaben die Ermordung des Mannes zeigt.

Verhandlungen

Über das Schicksal des französischen Ingenieurs Bernard Planche sowie der Friedensaktivisten Norman Kember aus Großbritannien, Tom Fox aus den USA und den beiden Kanadiern James Loney und Harmeet Singh Sooden ist derzeit nichts Genaues bekannt. Von französischer Seite verlautete seit der Entführung Planches am 5. Dezember wenig über den Stand etwaiger Verhandlungen. "Die Behörden sind sehr aktiv, was die Geiselnahme unseres Landsmanns betrifft", hieß es in Paris.

Auch die britische Regierung hielt sich bedeckt. Nach dem Ablauf eines Ultimatums der mutmaßlichen Entführer am 10. Dezember teilten sowohl die britische als auch die irakische Regierung mit, sie hätten keine Informationen über das Schicksal der Geiseln.

"Christian Peacemaker Team"

Der 74-jährige Kember, der 54-jährige Fox, sowie die 41 und 32 Jahre alten Kanadier waren als Mitglieder der "Christian Peacemaker Teams" im Irak. Diese Organisation arbeitet seit 2002 im Irak. Unter anderem ging sie Berichten über Misshandlung von Gefangenen nach. "Es sind alles Leute, die hierher kamen, um uns zu helfen, unserem Volk zu helfen", sagte der irakische Innenminister Innenminister Bayan Jabbor.

Im Irak wurden vor allem 2004 und Anfang dieses Jahres viele Ausländer verschleppt und umgebracht. Aufständische, darunter die extremistische Gruppe Al-Kaida im Irak, haben mehr als 225 Ausländer gefangen genommen. Mindestens 38 Geiseln wurden ermordet, einige von ihnen enthauptet. Die Geiselnahmen gingen zurück, nachdem sich viele Hilfsorganisationen zurückzogen und die Sicherheitsmaßnahmen für die verbliebenen Helfer verschärft wurden. (APA/AP)

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