Am US-Markt warten hohe Gewinnchancen

28. Dezember 2005, 13:58
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Analysten waren in den vergangenen zwei Jahren bezüglich des Aktienmarkts in den USA eher pessimistisch - 2006 sollte eine Trendwende folgen

Wien - Für das kommende Jahr zeigen sich Analysten optimistisch in Bezug auf den US-Aktienmarkt. Strategen rechnen im Schnitt damit, dass der Standard & Poor's 500 Index sieben Prozent zulegen wird. Ein Ende der Zinserhöhungen in den USA werde die Nachfrage nach Aktien ankurbeln, deren Kursentwicklung bisher dem Gewinnwachstum hinterherhinkte.

"Der Markt wird sich besser entwickeln, nachdem sich die Konjunktur abkühlt und die US-Notenbank Fed ein Ende der Zinserhöhungen einleitet", erwartet Jason Trennert, Chef-Anlagestratege bei der New Yorker ISI Group.

Auch Investoren würden den Enthusiasmus der Strategen teilen. "Wenn die Fed die Zinsschraube nicht mehr fester zieht, sollten sich die Kennzahlen der Qualitätswerte wieder erhöhen", sagte Henry McVey, Chef-US-Anlagestratege bei Morgan Stanley. Der S&P 500 wird laut Prognosen von zwölf von Bloomberg befragten Analysten 2006 bis auf 1351 Zähler vorrücken. Das entspräche einem Anstieg von 7,3 Prozent. "Die Bewertungen von guten Unternehmen sind auf das Niveau von schlechten Unternehmen abgerutscht", erläutert McVey.

Hohe Gewinne warten Das Gewinnwachstum in diesem Jahr hat das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den S&P 500 im Vergleich zum Gewinn im Oktober auf 17,3 gedrückt, den niedrigsten Wert seit Februar 1996.

An den amerikanischen Börsen schlummere noch ein großes Gewinnpotenzial, ist sich auch Monika Rosen vom BA-CA-Asset-Management sicher. Der Markt habe bisher die Gewinnsteigerungen nicht ausreichend reflektiert, hier gebe es noch ein ordentliches Aufholpotenzial, sagte Rosen zum STANDARD. Neben einen Einstieg via Fonds nennt Rosen folgende Branchen und Titel als Tipps:

  • Industrie: General Electric

  • Pharma: Pfizer, Johnson & Johnson

  • Technologie: Dell, Intel

  • Rohstoffe: Alcoa.
Die Gewinne der im S&P gelisteten Mitglieder dürften dieses Jahr 14,5 Prozent und 2006 um 12,4 Prozent steigen. So lautet auch das Ergebnis einer Umfrage von Thomson Financial.

Am optimistischsten gibt sich Edward Keon. Der Stratege von Prudential Equity Group LLC rechnet damit, dass der S&P 500 bis Ende nächsten Jahres 21 Prozent auf 1530 Zähler klettert. "Wenn die Aktienkurse um 20 Prozent zulegen sollen, brauchen wir einen starken Rückgang bei der Inflation. Das würde die Bewertungen anschieben", erläutert Keon. (Bettina Pfluger, DER STANADRD, Print-Ausgabe, 19.12.2005)

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