Warschau schwelgt in Champagnerlaune

22. Dezember 2005, 19:11
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Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz: "Jeder fünfte Euro geht nach Polen"

Der polnische Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz ist kein Mann spontaner Gefühlsausbrüche. Doch nach dem Gipfelkompromiss reckte er die Fäuste in die Höhe und jubelte vor polnischen Journalisten: "Yes, yes, yes!" Das lange, harte Ringen um einen Kompromiss über den EU-Finanzplan der nächsten Jahre war für die einmal mehr hartnäckigen und kampfbereiten Polen (schon bei Stimmgewichtung und Gottesbezug in der Verfassung leisteten sie Widerstand) ein voller Erfolg.

"Der Sieg schmeckt wie guter französischer Champagner", schwärmte Marcinkiewicz, der bei den Verhandlungen zunächst vor allem auf den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac gesetzt hatte. Auftrieb vom Gipfelerfolg kann sich Marcinkiewicz, der an der Spitze einer instabilen Minderheitsregierung regiert, auch im eigenen Land erwarten.

Marcinkiewicz sieht Polen als den größten Nutznießer der EU-Strukturhilfen. "Jeder fünfte Euro geht nach Polen", lobte er. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.12.2005)

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