Elton John ruft zum Kampf gegen Homosexuellenfeindlichkeit auf

22. Dezember 2005, 09:12
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Sänger schließt am Mittwoch Bund fürs Leben

London - Wenige Tage bevor er den Bund des Lebens mit seinem langjährigen Partner David Furnish schließt, hat der britische Popstar Elton John die Einführung der so genannten Homoehe in seinem Heimatland begrüßt und zum weltweiten Widerstand gegen Homosexuellenhass ausgerufen. Der kommende Mittwoch, an dem die Zeremonie im westlich von London gelegenen Windsor stattfinden soll, werde "der glücklichste Tag" seines Lebens sein, sagte John der Zeitung "The Observer" vom Sonntag.

Er werde aber mit seinen Gedanken auch bei vielen Menschen "in weniger begünstigten Ländern" sein, wo Homosexualität noch immer verboten sei, fügte der Sänger hinzu. Am Mittwoch tritt in England und Wales ein neues Gesetz in Kraft, das eingetragene homosexuelle Partnerschaften weitgehend mit der Ehe zwischen Frau und Mann gleichstellt.

Beispiel Jamaika

In der Zeitung kritisierte John, ein langjähriger Unterstützer der Menschenrechtsgruppe Amnesty International, die Unterdrückung von Homosexuellen am Beispiel von Jamaika. "Gerade weil Homosexualität in Jamaika ein Verbrechen ist, das mit bis zu zehnjährigen Arbeitsstrafen geahndet wird, finden die Menschen es in Ordnung, Homosexuelle zu hassen und auszugrenzen. Es dauert nicht lange, bis sich dieser Hass in Gewalt verwandelt." Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass Staaten in aller Welt bei der Gesetzgebung mit gutem Beispiel vorangingen.

In dem Artikel klagte John auch afrikanische Regierungen und den künftigen polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski an, ihre Macht auf dem Fundament der Homosexuellenfeindlichkeit zu festigen. Er rief Homosexuelle in aller Welt dazu auf, sich mit denjenigen, "die wegen ihrer Sexualität tyrannisiert werden", solidarisch zu zeigen und offizielle Stellen mit Protestschreiben zu "bombardieren". (APA/AFP)

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